Wollen wir das wirklich? • Ma vogliamo farlo veramente?

Schlosswiese und Kronplatzweg: 150 Meter Straßentunnel, Kreisverkehr, dreispurige Zufahrt, mehrstöckige unterirdische Tiefgarage, Zerstörung des Kronplatzwegs: nicht notwendig und sauteuer

Das „Verkehrskonzept Bruneck Ost“ wurde am 30. Mai dieses Jahres von der Ratsmehrheit genehmigt und die Planungen für die baulichen Eingriffe laufen. Aber auch wenn es mehrfach ausführlichst präsentiert wurde, hat nie eine wirkliche Diskussion über Notwendigkeit und Alternativen stattgefunden und vielen scheint nicht klar zu sein, wie schwerwiegend der Eingriff südlich des Schlosses ist.

Seit vielen Jahren versteift sich die Gemeindeverwaltung auf die Tiefgarage unter der Schlosswiese, obwohl der Standort mehr als problematisch ist und das Hauptargument für die Standortentscheidung 2012, die Finanzierung über einen Raumordnungsvertrag, lange schon hinfällig ist. Anstatt das gesamte Vorhaben neu zu diskutieren, wurde plötzlich verlautbart, dass die Gemeinde die Garage auf eigene Kosten bauen wolle, obwohl diese Möglichkeit zuvor immer kategorisch ausgeschlossen wurde.

Und da man schon die Garage bauen „muss“, kam die Idee, aus der Garageneinfahrt einen ausgewachsenen Straßentunnel zu machen und den Südosten Brunecks über den Kronplatzweg zu erschließen. Den Kronplatzweg hätte man spätestens mit der Eröffnung der Südausfahrt für den allgemeinen Verkehr schließen können, da der Osten Brunecks nun von Reischach aus über den Ring erreichbar ist. Stattdessen soll er nun zur Zufahrt des ganzen Viertels werden. Weiterlesen

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Kreuzung Aufhofner Straße: Chaos mit Ansage • Incrocio via S. Caterina: caos annunciato

13.12.2018Die Kreuzung Tauferer Straße/Aufhofner Straße/Tinkhauserstraße ist lange schon als problematisch bekannt. Zwei schräg einmündende Nebenstraßen durchschneiden hier den Fuß- und Radweg nach St. Georgen und führen häufig zu Konflikten, Risiken und Stresssituationen.

Mit der Eröffnung des neuen Supermarktes auf dem Areal der ehemaligen Finanzkaserne hat sich nun die Situation noch deutlich verschärft. Das war absolut vorhersehbar und es wurde von verschiedener Seite schon lange darauf hingewiesen.

Die Gemeindeverkehrskommission hat sich im Mai d. J. praktisch ergebnislos mit dem Thema befasst. Anscheinend sah man keinen Weg, schon im Vorfeld auf eine funktionierende Zufahrtslösung hinzuwirken und nahm die absehbare Zusatzbelastung an dieser Problemstelle in Kauf. Es wiederholt sich hier, was leider bei vielen Neueröffnungen zu beobachten ist: Die Bauten und Nutzungsveränderungen werden genehmigt, ohne dass eine glaubwürdige und durchdachte Verkehrslösung besteht und danach muss man dann sehen, wie man das entstandene Chaos irgendwie in den Griff bekommt. Das ist sehr ärgerlich. Für verkehrsrelevante Vorhaben kann eine Baugenehmigung nicht ausreichen, eine vertretbare Verkehrslösung mit Hauptaugenmerk auf den Schutz der nicht motorisierten Verkehrsteilnehmenden muss zwingende Voraussetzung sein. Es reicht nicht, dass eine Nutzung urbanistisch zulässig ist. Weiterlesen

Anfrage: Kreuzung Aufhofner Straße • Interrogazione: incrocio via Villa S. Caterina

Geobrowser - provinz.bz.itDie Kreuzung Aufhofner Str. – Tinkhauserstr. – Tauferer Str. ist aufgrund ihrer besonderen Konformation eine seit langem bekannte Gefahrenquelle: Zwei schräg einmündende Nebenstraßen durchschneiden im Kreuzungsbereich mit der Hauptstraße den Fuß- und Radweg nach St. Georgen.
Mit dem in Fertigstellung befindlichen Neubau auf dem Areal der ehemaligen Finanzkaserne, in dem auch ein Supermarkt eröffnet werden soll, wird sich die Problematik noch verschärfen, da auch die Zufahrt zum Supermarkt über diese Kreuzung vorgesehen ist.
Mit dem Thema hat sich die Verkehrskommission am 2. Mai 2018 befasst. Es lag dazu auch ein Vorschlag zur Neuregelung des gesamten Kreuzungsbereiches vor, den der Anrainer Georg Peintner der Gemeindeverwaltung im September 2017 übermittelt hatte.
Da der Vorschlag mangels Grundverfügbarkeit und notwendiger Zeiten nicht unmittelbar umgesetzt werden kann und weiter zu prüfen ist, wurde vereinbart, dass von Seiten der Gemeindeverwaltung inzwischen ein Vorschlag für eine kurzfristige Entschärfung der Situation an dieser Kreuzung vorgelegt wird. Weiterlesen

Hochburg für Abgehobene: Bruneck laut neuer „Markenstrategie“

Wozu das Brunecker Stadtmarketing genau da ist, ist, seit es besteht, eine häufig wiederholte Frage. Mit wechselnden Führungskräften hat es sich um alles Mögliche zwischen Werbung, Events und Interessengruppen gekümmert. Nun soll es sich wieder hauptsächlich auf „strategische“ Aufgaben konzentrieren, und als erster Schritt wurde ein „Markenbildungsprozess“ eingeleitet, unter der Regie von BrandTrust – bislang 38 Interviews, vier Workshops und im August eine Präsentation im Ragenhaus durch Christoph Engl persönlich, Kostenpunkt 90.000 Euro.

Kann durchaus ins Geld gehen, so ein Selbstfindungsprozess. Und es scheint mir doch ein wenig vermessen, wenn man in einem erlesenen Kreis von Interessenvertretern beansprucht, eine ganze Stadt zu charakterisieren und festzulegen, wie sie sich präsentieren und welche Entwicklung sie anstreben soll. Das Ergebnis ist, gelinde gesagt, ein bisschen einseitig. Aber gehen wir einmal durch, was uns nun als „Bruneck-DNA“ präsentiert wird.

Die „Markenkernwerte“

Erstens. „Bruneck ist tatkräftig. In Bruneck verliert man sich nicht in leeren Worten, sondern greift die Dinge sofort an und scheut dabei keine Anstrengungen.“

Wir tun also viel und überlegen nicht gerne. Hauptsache ist, dass wir etwas tun, uns anstrengen und sofort. Nicht zu viel mit Sinnfragen aufhalten lassen.

Ich muss aber gemäß eigenen Erfahrungen anmerken, dass die Kunst der leeren Worte, des langen Nichtentscheidens und des dann ganz schnell Irgendwie-Entscheidens in Bruneck schon auch eine gewisse Tradition hat. Die Südausfahrt wurde 28 Jahre nach der Südumfahrung eingeweiht, die Telenovela um die Nordringverlegung misst sich gleichfalls in Jahrzehnten, ebenso wie die Frage „Was tun mit dem Eisstadion?“, die schließlich, in Vorwahlzeiten, mit der Brechstange angegangen wurde und entsprechend teuer zu stehen kommt.

Zweitens. „Bruneck ist vorausdenkend. Bruneck hat die eigene Zukunft im Blick und legt heute schon die Weichen, um diese wie gewünscht zu gestalten.“

Stimmt, bevor man Weichen stellen kann, müssen sie erst einmal gelegt werden… Punkt zwei steht ein bisschen im Spannungsfeld zu Punkt eins. Zu viel denken mindert schließlich die Tatkraft. Und was die ganzen Konzepte, Leitbilder u. ä. betrifft, die sich in den letzten Jahrzehnten so angesammelt haben – die haben immer schöne einleitende Worte von wegen Nachhaltigkeit und Gemeinwohl. Die Entscheidungen werden dann zu ca. 100% nach tagespolitischer Opportunität getroffen. Besser, wenn in den Konzepten gleich schon nicht allzu viel Greifbares drin steht. Irgend etwas von „Gestaltung der Zukunft“ und so zu schwafeln hat noch nichts mit Weitblick zu tun. Weiterlesen

Beitrag an Fotografiemuseum Kronplatz: Unsere Bedenken nochmal zusammengefasst

Rendering PMOA - Quelle: kronplatz.comDie Landesregierung hat eigenen Aussagen in der Presse zufolge im Nachtragshaushalt 2018 (LG, 17, 7.8.2018) einen Beitrag im Ausmaß von € 3.000.000.- für das derzeit im Bau befindliche Museum für Bergfotografie auf dem Gipfel des Kronplatzes vorgesehen. Der Beitrag soll an die Gemeinde Bruneck ausgezahlt werden, die ihn an die Kronplatz Seilbahn AG weitergibt, auf der Grundlage des Gemeinderatsbeschlusses vom 22.02.2017 (Nr. 2).

Besagter Gemeinderatsbeschluss war einstimmig, zum damaligen Zeitpunkt war den Gemeinderäten allerdings nicht bekannt, in welcher Höhe ein möglicher Landesbeitrag in Aussicht stand und unter welchen Umständen dieser beantragt werden sollte. Später wurde bekannt, dass dazu eigens und zeitweilig die Kriterien zur Förderung von Privatmuseen abgeändert wurden (siehe Artikel von salto.bz in der Anlage), da bis dato gewinnorientierte Gesellschaften wie die Kronplatz Seilbahn AG von Beiträgen ausgeschlossen waren. Eine Beitragsgewährung wurde nun dadurch ermöglicht, dass die Gemeinde Bruneck um den Beitrag ansucht und diesen dann an die Kronplatz Seilbahn AG weitergibt. Weiterlesen

Neue Markenstrategie für Bruneck: die Kehrseite

Herbst 2016Kommentar zur Präsentation des Stadtmarketings im Ragenhaus am 8. August 2018, Pustertaler Zeitung 17/2018

Die Präsentation der Markenstrategie war zweifellos professionell. Die Inhalte haben meines Erachtens allerdings eine sehr eingeschränkte Sicht auf unsere Stadt abgegeben. Obwohl die Industrie In Bruneck unbestritten eine bedeutende Rolle spielt, so war für diesen Bereich ein deutliches Übergewicht zu spüren.

Bruneck zeichnet sich aus durch ein reges Kulturleben, die Stadt hat eine bedeutende kulturelle Vielfalt, ein engagiertes Sozialleben, hat verschiedene Fraktionen… Bruneck ist nicht zuletzt Tourismusstadt, sogar dieser Aspekt kam meines Erachtens zu kurz.

Ich wundere mich, dass eine Handvoll Auserwählte (nicht wie Chr. Engl fälschlich gesagt hat, der gesamte Gemeinderat) unsere Stadt charakterisieren und, es blieb unerwähnt, in Zukunft die Marschroute vorgeben?

Ich gehöre zu den Personen, die im Rahmen des Entstehungsprozesses dieses Konzepts via Mail befragt wurden. Ich kann nicht erkennen, dass das Outcome mit den Fragen etwas Gemeinsames hat. Die Schlagwörter: ambitioniert, mutig, usw. sind reine Worthülsen, die man beliebig füllen kann. Vor allem das Beispiel für mutig. Das Eisstadion, das trotz Widerständen sehr groß gebaut wird. Diese Aussage lässt den Geist vermuten, der diese Arbeit begleitet.

Mutig könnte auch ein Umdenken sein unter Berücksichtigung der Zeichen der Zeit. Wir könnten die Alpenstadt sein, welche sich vornimmt, Ressourcen zu sparen, welche eine Kampagne startet zum Erhalt der Artenvielfalt, welche massiv Verkehr reduziert, welche alle Entscheidungen unter den Aspekt der Enkeltauglichkeit stellt.
Ambitioniert: Für wenige wird es zutreffen… aber was machen wir mit den nicht Ambitionierten, den nicht Mutigen, nicht Sportlichen??? Genau diese Unzufriedenen, die von dieser elitären Dynamik nichts haben, dürfen wir in der Marktstrategie nicht vernachlässigen!
Und: Was macht jetzt eigentlich das Stadtmarketing?

Johanna Ganthaler

Anfrage: Nochmal Stadtmarketing

In der Antwort auf unsere Anfrage vom 14.05.2018 wurden auf unsere Frage nach den Gründen des Rücktritts dreier Verwaltungsräte Kopien der Rücktrittsschreiben beigelegt, die keine Begründung enthalten. Dazu stellen wir folgende Fragen:

• Wurden die Begründungen der Rücktritte anderweitig mitgeteilt?
• Wurden die Begründungen im Protokoll der entsprechenden Vewaltungsratssitzung vermerkt und wenn ja, wie lauten sie?

Wir ersuchen um schriftliche und mündliche Antwort.

Bruneck, 09.07.2018

Mit freundlichen Grüßen,
Die Gemeinderätinnen und -räte der Grünen, der Bürgerliste Bruneck und der gemischten Fraktion

 

Antwort des zuständigen Stadtrats, 20.07.2018:

Die Verwaltungsräte Barbara Pizzinini, Luca Manzolli und Thomas Baumgartner haben ihren Rücktritt ohne Angabe der Gründe am 11.04.2018 eingereicht, und zwar mittels gleichlautenden Schreiben (teilweise auf Briefpapier der jeweiligen Betriebe).

Erst im Zuge der Verwaltungsratssitzung vom 08.05.2018 nannten sie ihre Beweggründe  zum Rücktritt, welche auch im Protokoll festgehalten wurden.

Laut Art. 2545 bis ZGB (Rechte der Gesellschafter) haben nur ein Zehntel der Gesellschafter der Genossenschaft Stadtmarketing das Recht durch einen Vertreter, allenfalls mit Beistand eines Fachmannes, das Buch über die Sitzungen und die Beschlüsse des Verwaltungsrates zu überprüfen, weswegen dieselbe Information in diesem Rahmen nicht erteilt werden kann.

 

Das betreffende Protokoll wurde uns auf Antrag von Stadtrat Baumgartner in seiner Eigenschaft als Gesellschafter am 11.09.2018 übermittelt.