Anfrage: Kunst-Werbe-Aktion der Firma Moessmer • Interrogazione: iniziativa artistico-pubblicitaria della ditta Moessmer

Vorausgeschickt:

  • Seit mehreren Jahren stellt die Gemeindeverwaltung Brunecks der Firma Moessmer öffentliche Gebäude zur Ausstellung von sogenannten Bigprints zur Verfügung. Diese werden von Künstlern gestaltet, die von der besagten Firma gesponsert werden und somit auch das Logo der Tuchfabrik tragen. So beispielsweise an den Fassaden des Gemeindegebäudes und der „Alten Turnhalle“. Wenn auch der künstlerische Aspekt im Vordergrund steht, wird die Aktion doch von der breiten Allgemeinheit als kreative Werbung verstanden.
  • Es ist offensichtlich, dass diese Ausstellungen eine äußerst große Werbewirksamkeit haben und dass diese Möglichkeit der Selbstdarstellung auch von anderen Betrieben der Stadt und auch von anderen Künstlern – die Firma Moessmer präsentiert seit Jahren mehr oder weniger dieselben – gerne genutzt würde. Vor allem, wenn die Spesen für die Miete der Flächen gering sind.
  • Für die Stadtgemeinde könnte und sollte die Vermietung der angesprochenen Ausstellungsflächen einen beachtlichen finanziellen Gewinn bringen – man bedenke die Kosten für eine ganzseitige Werbung in einer Tageszeitung.

Diesbezüglich wünschen wir zu erfahren:

  1. Wer entscheidet darüber, dass die besagten Flächen der Firma Moessmer für die künstlerische Werbeaktion überlassen werden?
  2. Aufgrund welcher Kriterien wird die Entscheidung getroffen?
  3. Welche finanzielle Einnahme hat die Stadtgemeinde bisher diesbezüglich zu verbuchen?
  4. Werden gegebenenfalls andere Bewerber für eine ähnliche Aktion an denselben oder ähnlich werbewirksamen öffentlichen Ausstellungsflächen berücksichtigt?
  5. An wen müssen sich Bewerber wenden und welche Unterlagen sind einzureichen?
  6. Könnte und sollte nicht daran gedacht werden, einen jährlichen öffentlichen und von einer qualifizierten Kommission zu entscheidenden Wettbewerb auszuschreiben, der unter Berücksichtigung von künstlerischen und finanziellen Aspekten allen lokalen Betrieben in Zusammenarbeit mit Künstlern die entsprechende Chance der kreativen Selbstdarstellung bietet?

Bruneck, 28.07.2010
Für die Grüne Ratsfraktion
Georg Peintner

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Interrogazione: iniziativa artistico-pubblicitaria della ditta Moessmer

Premesso:

  • che da qualche anno l’Amministrazione comunale di Brunico mette a disposizione della Ditta Moessmer alcuni edifici pubblici per affiggervi dei cosiddetti „bigprints“ con immagini realizzate da artisti sponsorizzati da questa azienda e che riportano il suo logo. Per esempio la facciata del municipio e della „Vecchia Palestra“. Anche se l’aspetto artistico è predominante, da molti queste iniziative vengono considerate una forma di pubblicità artistica.
  • E‘ evidente che queste esposizioni hanno una efficacia pubblicitaria e che questa possibilità di auto presentarsi verrebbe volentieri sfruttata da altre aziende cittadine e da altri artisti (la Ditta Moessmer affida questo compito da anni più o meno sempre agli stessi). Soprattutto se le spese di affissione sono limitate.
  • L’affitto delle suddette superfici potrebbe e dovrebbe costituire per il Comune una notevole fonte di entrate se consideriamo il costo di un’intera pagina di pubblicità su un quotidiano.

A questo proposito desideriamo conoscere:

  1. Chi decide che le superfici sopra indicate vengano utilizzate dalla Ditta Moessmer per realizzarvi queste iniziative creativo-pubblicitarie?
  2. Sulla base di quali criteri vengono assunte queste decisioni?
  3. Quanto ha incassato finora il Comune da queste iniziative?
  4. E‘ ipotizzabile che altre aziende possano disporre degli stessi spazi e le stesse condizioni per realizzare iniziative analoghe?
  5. A chi si deve rivolgere l’eventuale richiedente e quali sono i documenti da presentare?
  6. Non si potrebbe e dovrebbe ipotizzare di indire annualmente un concorso pubblico in cui una giuria qualificata, considerando gli aspetti artistici e economici, offra a tutte le aziende locali, in collaborazione con gli artisti, la possibilità di una auto-presentazione artistica?

Brunico, 28/07/2010
Per il Gruppo consiliare Verde
Georg Peintner

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Antwort des Bürgermeisters vom 12.08.2010

das Projekt Artists by Moessmer wurde dem Bürgermeister von den Künstlerinnen vorgestellt. In der Sitzung vom 07.06.2010 hat der Bürgermeister das Projekt genehmigt und entschieden, dass es sich um „Kunst im öffentlichen Raum“ handelt und die Installation somit nicht als Werbung zu klassifizieren und dementsprechend auch keine Werbesteuer zu entrichten ist.

Ihre Fragestellung ist sehr anregend und führt uns zur Reflektion über die Kunstaktionen der Artists by Moessmer in den vergangenen Jahren. Dabei stellen wir fest, dass die Zusammenarbeit zwischen der Tuchfabrik Moessmer mit den drei bildenden Künstlerinnen Sylvie Riant, Wilma Kammerer, Julia Bornefeld und dieses Jahr mit dem Autor Joseph Zoderer ein gutes, nachhaltiges und nachahmenswertes Beispiel von Kultursponsoring eines Unternehmens und kulturell schaffenden Persönlichkeiten ist.

Dabei ist nicht nur für Bruneck, sondern auch für Südtirol und darüber hinaus ungewöhnlich und einzigartig, dass die Firma Moessmer innerhalb ihrer Produktionsstätte nun schon seit fünf Jahren große, beheizte Hallen als Atelier kostenfrei und seit einem Jahr die ehemalige Direktionsvilla als Schreibwerkstatt zur Verfügung stellt.

Die jährliche Kunstaktion Artists by Moessmer spiegelt mit den im öffentlichen Raum präsentierten Kunstwerken die Produktionsprozesse von Kunst und Wirtschaft wider und inszeniert die Werkstatt als Ort der Kreativität und Innovation. Durch das Inszenieren von Kunstwerken im öffentlichen Raum wird ein poetisches Lebensgefühl für den betrachtenden Passanten kreiert, gewohnte Plätze und Leerräume erhalten neue Stimmungen. Diese Kunstwerke fungieren als kreative Membrane zwischen urbanen Orten, Architektur und Mensch.

Diese gegenseitige Inspiration und Förderung von Wirtschaftsunternehmen mit Kultur und Kunst schaffenden Personen betrachten wir als höchst innovativ und möchten in Zukunft diese Form von Kultursponsoring nicht nur weiter unterstützen, sondern auch gezielt anregen.

Ich als Bürgermeister und die Stadträtin für Kultur sind gerne bereit, mit dem Einbringer der Anfrage ein Gespräch über zukünftige Vorgehensweisen zu führen.

Risposta del Sindaco del 12/08/2010

il progetto Artists by Moessmer è stato presentato al sindaco dalle artiste. Nella riunione del 07.06.2010 il sindaco ha approvato il progetto e deciso che si tratta di „arte pubblica“. Dunque l’iniziativa non è considerata pubblicità artistica e pertanto l’imposta sulla pubblicità non è dovuta.

Il Suo quesito è per noi uno stimolo a riflettere sull’iniziativa artistica Artists by Moessmer degli anni passati. La collaborazione tra il lanificio Moessmer e le tre artiste Sylvie Riant, Wilma Kammerer, Julia Bornefeld e quest’anno anche con lo scrittore Joseph Zoderer è un ottimo esempio di sponsoring culturale sostenibile e degno di essere imitato.
Esemplare ed unico non solo a Brunico, ma in tutto l’Alto Adige ed oltre è anche il fatto che da cinque anni la ditta Moessmer nello suo stabilimento metta a disposizione gratuitamente capannoni riscaldati utilizzati come studio da artisti. Inoltre, da un anno l’ex villa direzionale funge da laboratorio di scrittura creativa.

L’iniziativa annuale Artists by Moessmer con le opere presentate in luoghi pubblici rispecchia i processi di produzione dell’arte e dell’economia, presentando il laboratorio quale luogo di creatività ed innovazione. Le opere presentate su spazi pubblici fanno nascere nei passanti che le osservano un sentimento poetico. A luoghi comuni e spazi vuoti viene conferita una nuova atmosfera. Le opere fungono da anello di congiunzione creativo tra i luoghi della Città, l’architettura e l’uomo.

Consideriamo molto innovativa questa ispirazione e promozione reciproca di operatori economici ed artistico-culturali. Pertanto, in futuro, non solo continueremo a sostenere questa forma di sponsoring culturale, ma la stimoleremo.

Io quale sindaco della Città di Brunico e l’assessora alla cultura siamo sempre disposti a discutere con il proponente dell’interrogazione il futuro modo di procedere nella questione in oggetto.

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