„Ferrari Test Drive“: Chance für Bruneck? • un’occasione per Brunico?

Die „International Media Test Drives“ für den neuen Ferrari „FF“ sind uns als geniale Marketingidee und „historische Chance“ präsentiert worden. Es mag ja sein, dass das Projekt recht interessant erscheint, wenn man die Summen bedenkt, die in der Tourismuswerbung jedes Jahr in traditionelle Kampagnen gesteckt werden. Diese Aktion bringt schließlich eine Menge Nennungen in den internationalen Medien. Aber auch in diesem Fall stellt sich die Frage, ob nicht vor allem die direkten Nutznießer dafür aufkommen sollten statt der Steuerzahlenden. Wenn die Werbung schon so viel wert ist, warum zahlt dann „Skirama Kronplatz“ nur 20.000 € gegenüber 150.000 € von Land und Gemeinde?

Aber es stellt sich auch eine andere Frage. Natürlich ist Ferrari eine Marke mit einer großen Ausstrahlung. Aber was kommuniziert diese Marke, die wir hier „benutzen“ möchten, um unsere Fremdenverkehrsregion zu bewerben? Technologie, „Leidenschaft“, Geschwindigkeit, Aggressivität, Luxus, Exklusivität, … Sind das Begriffe, die wir mit unserem Image verbinden wollen? Wie geht das zusammen mit der Ruhe, der Entspannung, der authentischen Kultur, den historischen Schätzen, der intakten Landschaft und unberührten Natur, mit denen wir unsere Prospekte füllen, in denen im übrigen nie ein Auto zu sehen ist? Der Kult der Geschwindigkeit und der Pferdestärken, die Inszenierung des Überflüssigen und der Verschwendung – wie verträgt sich das mit dem Öko- und Nachhaltigkeitsimage, das wir uns sonst so gerne geben? Was für ein Stück wollen wir eigentlich aufführen? Unberührte Natur, UNESCO-Naturerbe oder Vergnügungspark und idealer Hintergrund, um die „Freude am Fahren“ zu genießen? Welche Botschaft wollen wir aussenden und an wen?

Natürlich eignen sich unsere Bergstraßen sehr gut als Hintergrund für einen allradbetriebenen Sportwagen. Andererseits wissen wir aber genau, wie das Autofahren in der alltäglichen Wirklichkeit abläuft. Hässlichkeiten, Staus und Stress auf Autobahnen, in den Städten und nicht nur dort. Auch auf unseren Panoramastraßen fühlen sich immer mehr Menschen gestört von der Schwemme an Autos und Motorrädern, die an jedem schönen Sommertag über sie hereinbricht. Inzwischen kommen die Forderungen nach Verkehrsbeschränkungen auf den Dolomitenpässen nicht mehr nur aus den üblichen Umweltkreisen. Das ist die Realität, wie sie Bevölkerung und Urlaubsgäste tagtäglich erleben.

In Wirklichkeit sind es wohl eher wir, die sich von der Marke benutzen lassen. Wir liefern ihr einen Hintergrund, der letztendlich austauschbar ist und die Leute, die sich über das neue Ferrari-Modell informieren wollen, nicht wirklich interessiert. „Authentizität“ ist ein Begriff, der im Tourismusmarketing in letzter Zeit häufig aufgetaucht ist. Leider nur wieder als Worthülse, über die niemand allzu viele Gedanken verschwendet hat.

Bruneck, 13.03.2011
Für die Grüne Ratsfraktion
Hanspeter Niederkofler

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„Ferrari Test Drive“: un’occasione per Brunico?

Gli „International Media Test Drives“ del nuovo modello Ferrari „FF“ ci sono stati presentati come trovata pubblicitaria geniale ed „occasione storica“. Sarà anche vero che a confronto con quanto si spende ogni anno per la promozione turistica mediante campagne tradizionali, l’operazione possa apparire interessante, visto che procura un grande numero di menzioni nei media internazionali. Si pone però anche in questo caso la domanda se non fosse il caso che pagassero soprattutto i diretti beneficiari invece dei contribuenti. Se la pubblicità vale tanto, come mai lo „Skirama Plan de Corones“ paga solo 20.000 € contro i 150.000 € di Provincia e Comune?

Ma si pone anche un’altra questione. E‘ chiaro che Ferrari è un marchio di grande portata, ma cosa comunica questo marchio che intendiamo „usare“ per promuovere la nostra regione turistica? Tecnologia, „passione“, velocità, aggressività, lusso, mondanità, esclusività, … Sono concetti ai quali vogliamo legare la nostra immagine? Come vanno d’accordo con la tranquillità, il relax, la cultura autentica, i beni storici, il paesaggio intatto, la natura incontaminata che riempie i nostri dépliant turistici – sui quali peraltro non si vedono mai automobili? Il culto della velocità e della potenza, la celebrazione del superfluo e dello spreco come si combinano all’immagine di campioni di ecologia e sostenibilità che ci piace tanto dare? Che tipo di pezzo vogliamo mettere in scena? Natura incontaminata, patrimonio naturale UNESCO oppure luna park e sfondo ideale per gustare il „piacere di guidare“? Che tipo di messaggio vogliamo dare, e a chi?

E‘ chiaro che le nostre strade di montagna si offrono molto bene come sfondo per una macchina sportiva a trazione integrale. D’altro canto sappiamo com’è la realtà per chi si muove in macchina ogni giorno. Brutture, ingorghi e stress sulle autostrade, nelle zone urbane e non solo, e anche sulle nostre strade panoramiche molti sono ormai infastiditi dai fiumi di automobili e motociclette che vi si riversano in ogni bella giornata estiva. Tanto che ormai non solo gli ambientalisti propongono di limitare il traffico sui passi dolomitici. E‘ questa la realtà quotidiana vissuta da residenti ed ospiti.

In realtà siamo più noi che ci facciamo usare dal marchio, al quale forniamo uno sfondo che in fin dei conti è interscambiabile e non interessa veramente chi vuole informarsi sul nuovo modello Ferrari. „Autenticità“ è un termine che ultimamente si è usato molto in tema di promozione turistica. Peccato che sia solo un altro slogan sul quale nessuno sembra aver riflettuto più di tanto.

Brunico, 13/03/2011
Per il Gruppo consiliare Verde
Hanspeter Niederkofler

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