Ach Schnellstraße

Keine Schnellstraße, nur eine ganz kleine Umfahrung.

Keine Schnellstraße, nur eine ganz kleine Umfahrung…

Es ist schon frustrierend, dass ich mir auch nach 30 Jahren Diskussion um die Pustertaler Straße immer noch denselben Bullshit anhören muss von Leuten, die nicht gestern auf die Welt gekommen sind. Leute, die meist mehr Lenze zählen als ich, seit Jahrzehnten kreuz und quer durch die Landschaft kurven, aber anscheinend noch nie zwei Minuten Zeit gefunden haben, darüber nachzudenken, was Mobilität eigentlich ist. Da keine Aussicht besteht, dass die sich je von ihrem fossilen Fortschritts-Fundamentalismus lösen, versuche eben ich einmal, mich zu bewegen und in realistischer und konstruktiver Weise nach Argumenten für eine Schnellstraße zu suchen.

Wir haben im Pustertal einfach noch zu wenig Verkehr. Das Verkehrswachstum ist unbefriedigend und manchmal sogar negativ. An manchen Tagen kommen wir im Unterpustertal nicht einmal über 12.000 Fahrzeuge hinaus. Im Etschtal kommen sie laufend auf über 30.000 Fahrzeuge und dort sind alle reich und glücklich, während das Pustertal bekanntermaßen ein permanentes Krisengebiet ist.

Wir geben immer noch zu wenig für fossile Energieträger aus und gefährden damit die Einkommen humanitär tätiger Erdölgesellschaften und nahöstlicher Erdöldemokratien. Mit diesem egoistischen Verhalten stehlen wir uns aus der globalen Verantwortung.

Wir verbringen immer noch zu wenig Zeit auf der Straße, im Pustertal wird sich aufgrund allgemeiner Rückständigkeit immer noch zu viel auf antiquierte Bewegungsformen versteift.

Die Pustertaler Bevölkerung kauft immer noch zu viel im Pustertal ein und schädigt damit den Handel außerhalb des Tales.

Es gibt im Pustertal immer noch zu viele Arbeitsplätze und zu viele Menschen, deren Arbeitsplatz keine zehn Kilometer von ihrem Wohnort entfernt ist. Mit schnellen Straßen können Arbeitsplätze in Richtung der nächsten Ballungszentren verlagert werden, so dass mehr Pustertalerinnen und Pustertaler in den Genuss des Pendelns über anständige Distanzen kommen.

Was die CO2-Bilanz  anbelangt, haben wir im Pustertal schon den Nachteil der vielen Wälder und der Wasserkraft. Um so mehr müssen wir uns beim Verkehr anstrengen, um unsere Emissionsziele zu erreichen: viel Auto fahren und viele Produkte von weit her kaufen. Damit kann auch der Schwerverkehr im Pustertal gesteigert werden, der zwar gewachsen ist, aber immer noch hinter anderen Tälern her hinkt.

Deswegen, und weil viel Beton in der Landschaft einfach überhaupt gut ist, sollten wir diese verdammte Schnellstraße endlich bauen.

12.12.2015
Hanspeter Niederkofler

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