Landtagsanfrage: Einsatz von Schweröl in Brunecker Industriebetrieben

Anfrage zur aktuellen Fragestunde

Verwenden große Unternehmen in Bruneck noch Schweröl?

In Beantwortung einer Anfrage der örtlichen Bürgerliste räumte Brunecks Bgm. Griessmair kürzlich ein, dass im Brunecker Talkessel zwei Betriebe, Moessmer und Kofler-Rech, nach wie vor Schweröl einsetzen, um Prozesswärme zu erzeugen. Die Fa. Kofler-Rech kündigt Neuerungen an, Moessmer ist nach Auskunft des Bürgermeisters seit 2004 dazu autorisiert, sich ans Erdgasnetz anzuschließen, um das Öl durch Gas zu ersetzen. Bisher wurde aber kein Anschluss realisiert, die Firma hat nun aber angekündigt, dass es bald so weit sei. Die Überwachung der Luftqualität, entsprechende Kontrollen und Genehmigungen sind Zuständigkeit des Landesamtes für Luft und Lärm.

Dazu richten wir folgende Fragen an die Südtiroler Landesregierung:

  • Wird zum Einsatz von Schweröl eine spezielle Genehmigung benötigt und liegt diese vor? Unter welchen Bedingungen bzw. Fristen zur Umstellung?
  • Wurden die Emissionen der genannten Betriebe letzthin überprüft, mit welchen Ergebnissen?
  • Hat das Amt für Luft und Lärm Initiativen ergriffen, um die betroffenen Betriebe zur Beendigung des Einsatzes von Schweröl zu bewegen?
  • Gibt es einen einschlägigen Schriftverkehr?

Bozen, 15. 3. 2018
Hans Heiss
Brigitte Foppa
Riccardo Dello Sbarba


Antwort LR Richard Theiner, 13.04.2018:

Frage 1: Gemäß den geltenden Bestimmungen (Landesgesetz Nr. 8/2000 und Legislativdekret Nr. 152/2006) ist die Verwendung von Schweröl für Produktionszwecke derzeit nicht verboten. Mit dem Landesgesetz Nr. 8/2000 wurden jedoch die staatlichen Grenzwerte für mit Schweröl betriebene Verbrennungsanlagen weiter herabgesetzt. Damit sollte der Anreiz für eine Umstellung auf andere Brennstoffe verstärkt werden. Für jene Anlagen, die eine Feuerwärmeleistung von mehr als 0,3 MW (Megawatt) aufweisen, stellt das Amt für Luft und Lärm eine Emissionsermächtigung aus. Sowohl für die Firma Kofler-Rech als auch für die Firma Moessmer liegt die entsprechende Ermächtigung vor.

Frage 2: Gemäß den Auflagen dieser Emissionsermächtigung müssen die Betriebe jährlich eine Emissionsmessung von einem spezialisierten Messlabor durchführen lassen. Die entsprechenden Messungen wurden in den letzten Jahren ordnungsgemäß durchgeführt und ergaben keine Überschreitung der geltenden Emissionsgrenzwerte.

Frage 3: Sowohl die Firma Kofler-Rech als auch die Firma Moessmer arbeiten seit längerer Zeit daran, einen Methangasanschluss zu erhalten. Auch von Seiten des Amtes für Luft und Lärm gab es bereits 2013 einen entsprechenden Briefverkehr. Aufgrund von organisatorisch/technischen Schwierigkeiten zwischen Gemeinde, Stadtwerke und Selgas kam es leider zu Verzögerungen in der Umsetzung. Diese sind in der Zwischenzeit aber gelöst, sodass sich die Situation folgendermaßen darstellt:

  • Die mit Schweröl betriebene Asphaltmischanlage der Firma Kofler-Rech ist seit 23.10.2017 nicht mehr in Funktion. Diese wird durch eine neue, methangasbetriebene Anlage ersetzt. Es handelt sich dabei um die erste Asphaltanlage mit Methangasbrenner in Südtirol.
  • Die Firma Moessmer arbeitet derzeit gemeinsam mit SELGAS NET am Projekt für die notwendige Methangasleitung. In ca. einem Monat dürfte die Projektierung abgeschlossen sein und das Projekt wird den zuständigen Stellen zur Genehmigung vorgelegt. Arbeitsbeginn ist voraussichtlich September 2018.
    Um dies zu forcieren, hat das Amt für Luft und Lärm der Firma bereits Ende 2016 vorgeschrieben, innerhalb 2018 diese Umstellung vorzunehmen.

Frage 4: Es gibt in der Sache einen entsprechenden Schriftverkehr zwischen dem Amt für Luft und Lärm und auch die entsprechenden Genehmigungen. In diese kann natürlich gerne eingesehen werden.

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