Beitrag an Fotografiemuseum Kronplatz: Unsere Bedenken nochmal zusammengefasst

Rendering PMOA - Quelle: kronplatz.comDie Landesregierung hat eigenen Aussagen in der Presse zufolge im Nachtragshaushalt 2018 (LG, 17, 7.8.2018) einen Beitrag im Ausmaß von € 3.000.000.- für das derzeit im Bau befindliche Museum für Bergfotografie auf dem Gipfel des Kronplatzes vorgesehen. Der Beitrag soll an die Gemeinde Bruneck ausgezahlt werden, die ihn an die Kronplatz Seilbahn AG weitergibt, auf der Grundlage des Gemeinderatsbeschlusses vom 22.02.2017 (Nr. 2).

Besagter Gemeinderatsbeschluss war einstimmig, zum damaligen Zeitpunkt war den Gemeinderäten allerdings nicht bekannt, in welcher Höhe ein möglicher Landesbeitrag in Aussicht stand und unter welchen Umständen dieser beantragt werden sollte. Später wurde bekannt, dass dazu eigens und zeitweilig die Kriterien zur Förderung von Privatmuseen abgeändert wurden (siehe Artikel von salto.bz in der Anlage), da bis dato gewinnorientierte Gesellschaften wie die Kronplatz Seilbahn AG von Beiträgen ausgeschlossen waren. Eine Beitragsgewährung wurde nun dadurch ermöglicht, dass die Gemeinde Bruneck um den Beitrag ansucht und diesen dann an die Kronplatz Seilbahn AG weitergibt. Weiterlesen

Advertisements

Neue Markenstrategie für Bruneck: die Kehrseite

Herbst 2016Kommentar zur Präsentation des Stadtmarketings im Ragenhaus am 8. August 2018, Pustertaler Zeitung 17/2018

Die Präsentation der Markenstrategie war zweifellos professionell. Die Inhalte haben meines Erachtens allerdings eine sehr eingeschränkte Sicht auf unsere Stadt abgegeben. Obwohl die Industrie In Bruneck unbestritten eine bedeutende Rolle spielt, so war für diesen Bereich ein deutliches Übergewicht zu spüren.

Bruneck zeichnet sich aus durch ein reges Kulturleben, die Stadt hat eine bedeutende kulturelle Vielfalt, ein engagiertes Sozialleben, hat verschiedene Fraktionen… Bruneck ist nicht zuletzt Tourismusstadt, sogar dieser Aspekt kam meines Erachtens zu kurz.

Ich wundere mich, dass eine Handvoll Auserwählte (nicht wie Chr. Engl fälschlich gesagt hat, der gesamte Gemeinderat) unsere Stadt charakterisieren und, es blieb unerwähnt, in Zukunft die Marschroute vorgeben?

Ich gehöre zu den Personen, die im Rahmen des Entstehungsprozesses dieses Konzepts via Mail befragt wurden. Ich kann nicht erkennen, dass das Outcome mit den Fragen etwas Gemeinsames hat. Die Schlagwörter: ambitioniert, mutig, usw. sind reine Worthülsen, die man beliebig füllen kann. Vor allem das Beispiel für mutig. Das Eisstadion, das trotz Widerständen sehr groß gebaut wird. Diese Aussage lässt den Geist vermuten, der diese Arbeit begleitet.

Mutig könnte auch ein Umdenken sein unter Berücksichtigung der Zeichen der Zeit. Wir könnten die Alpenstadt sein, welche sich vornimmt, Ressourcen zu sparen, welche eine Kampagne startet zum Erhalt der Artenvielfalt, welche massiv Verkehr reduziert, welche alle Entscheidungen unter den Aspekt der Enkeltauglichkeit stellt.
Ambitioniert: Für wenige wird es zutreffen… aber was machen wir mit den nicht Ambitionierten, den nicht Mutigen, nicht Sportlichen??? Genau diese Unzufriedenen, die von dieser elitären Dynamik nichts haben, dürfen wir in der Marktstrategie nicht vernachlässigen!
Und: Was macht jetzt eigentlich das Stadtmarketing?

Johanna Ganthaler

Anfrage: Nochmal Stadtmarketing

In der Antwort auf unsere Anfrage vom 14.05.2018 wurden auf unsere Frage nach den Gründen des Rücktritts dreier Verwaltungsräte Kopien der Rücktrittsschreiben beigelegt, die keine Begründung enthalten. Dazu stellen wir folgende Fragen:

• Wurden die Begründungen der Rücktritte anderweitig mitgeteilt?
• Wurden die Begründungen im Protokoll der entsprechenden Vewaltungsratssitzung vermerkt und wenn ja, wie lauten sie?

Wir ersuchen um schriftliche und mündliche Antwort.

Bruneck, 09.07.2018

Mit freundlichen Grüßen,
Die Gemeinderätinnen und -räte der Grünen, der Bürgerliste Bruneck und der gemischten Fraktion

 

Antwort des zuständigen Stadtrats, 20.07.2018:

Die Verwaltungsräte Barbara Pizzinini, Luca Manzolli und Thomas Baumgartner haben ihren Rücktritt ohne Angabe der Gründe am 11.04.2018 eingereicht, und zwar mittels gleichlautenden Schreiben (teilweise auf Briefpapier der jeweiligen Betriebe).

Erst im Zuge der Verwaltungsratssitzung vom 08.05.2018 nannten sie ihre Beweggründe  zum Rücktritt, welche auch im Protokoll festgehalten wurden.

Laut Art. 2545 bis ZGB (Rechte der Gesellschafter) haben nur ein Zehntel der Gesellschafter der Genossenschaft Stadtmarketing das Recht durch einen Vertreter, allenfalls mit Beistand eines Fachmannes, das Buch über die Sitzungen und die Beschlüsse des Verwaltungsrates zu überprüfen, weswegen dieselbe Information in diesem Rahmen nicht erteilt werden kann.

 

Das betreffende Protokoll wurde uns auf Antrag von Stadtrat Baumgartner in seiner Eigenschaft als Gesellschafter am 11.09.2018 übermittelt. 

Verkehrskonzept Bruneck Ost: Einige Klarstellungen zu unserem Ansatz • Piano del traffico per Brunico Est: alcune precisazioni sul nostro approccio

Wie schon in der Gemeinderatssitzung am 30. Mai bemerkt, handelt es sich beim Ansatz, den ich erläutert habe, natürlich nicht um einen fertigen Gegenvorschlag. Dazu müssten viele Aspekte vertieft und ausgearbeitet werden, wofür wir weder Zeit noch Ressourcen haben. So ist es für die Gemeindeverwaltung natürlich ein Leichtes, alle möglichen Zweifel über Kosten, Machbarkeit usw. ins Feld zu führen. Auf einige sehr oberflächliche Einwände möchte ich allerdings doch eingehen.

Die Kosten unserer Parkplatzlösung für die Oberstadt können schwerlich höher sein. Ein Ausbau des Besucherparkplatzes direkt an der Reischacher Straße auf 150 Stellplätze ist mit Sicherheit günstiger als eine mehrstöckige, unterirdische Tiefgarage mit 300 Plätzen unter der Schlosswiese. Ein 150 Meter langer Schacht für einen Schrägaufzug ist mit Sicherheit günstiger als ein 120 Meter langer Straßentunnel.

Die Lösung mit Garage oben und Aufzug ist schneller und komfortabler. Im Lift braucht man eine Minute bis zur Oberstadt. Man spart sich dabei die Einfahrt in die Schlosswiese durch Tunnel und Rampen und den Fußweg von der Schlosswiesengarage bis in die Oberstadt. Insgesamt braucht man mindestens eine Minute weniger vom Start- zum Zielort.

Die Kosten für ein Parkdeck in der Schlosskurve kann man nicht als Zusatzkosten sehen, denn damit wird ein Resultat erreicht, das das Konzept der Gemeindeverwaltung nicht schafft: ein zentraler Auffangparkplatz vor der Reischacher Kreuzung. Weiterlesen

Schlossgarage und Bruneck Ost: ein etwas anderer Ansatz

In der Gemeinderatssitzung am 30. Mai wurde das Verkehrskonzept für Bruneck Ost genehmigt. Ausgehend von der vorgesehenen Tiefgarage unter der Schlosswiese soll die unterirdische Zufahrt zur Garage als vollständiger Straßentunnel ausgebaut werden, der vom Parkplatz des MMM-Museums bis zum Kronplatzweg führt. Dieser Tunnel soll zusammen mit dem Kronplatzweg als Zufahrt für die Sternbachstraße und das gesamte Gebiet südlich der Rienz werden (Lamprechtsburger Weg, Schwimmbad…). Dafür soll der Verkehr an der Tennisbrücke und in Außerragen unterbrochen werden, so dass kein Schleichverkehr von Süden über die Sternbachstraße und die Tennisbrücke in andere Stadtviertel mehr möglich ist. Die Zone Moessmer wird über Stuckstraße und Willramstraße erschlossen, das „Breralager“über die Kererstraße. In der Stuckstraße wird ein ampelgeregelter, abwechselnder Einbahnverkehr eingeführt.

Nachdem auch das letzte, 2008 genehmigte Verkehrskonzept keine konkrete Lösung für Bruneck Ost vorsah, weil man sich auf keine Variante einigen konnte, und nachdem auch die nachfolgenden Vertiefungen im Sand verlaufen waren, ist dies nun das erste greifbare und durchdachte Konzept. Der Verkehr im Osten und Südosten der Stadt wird neu geordnet und auf drei Zufahrten aufgeteilt, wobei jedes Gebiet nur den Verkehr trägt, der dort seine Quelle oder sein Ziel hat. Dieses sog. Stichstraßenprinzip wird von den Grünen seit Jahrzehnten forciert, der Verkehr soll möglichst zum Ring geführt und Schleichverkehre, wie heute über den Kronplatzweg, sollen unterbunden werden. Insgesamt bringt das Konzept also durchaus eine Verbesserung im Vergleich zur heutigen Situation.

Allerdings weist der Ansatz auch bedenkliche Elemente auf:

  • Die Idee der neuen Zufahrt ist eine Folge der Garage in der Schlosswiese, die von der Stadtverwaltung seit vielen Jahren beharrlich verfolgt wird. Nach über 5 Jahren Jahren Verzögerung und dem Scheitern des geplanten Raumordnungsvertrags will die Gemeinde nun die vollen Kosten für diesen sehr aufwändigen Bau übernehmen. Über dieses Projekt ist genug geschrieben worden – es taugt de facto nur als Parkplatz für Oberstadt, Pfarrkirche und Ragenhaus und nicht als zentraler Auffangparkplatz. Dafür ist es überdimensioniert, ist zu aufwändig als mehrstöckige Tiefgarage unter der Schlosswiese und es stört ein sehr sensibles Gebiet.
  • Das Gebiet Kronplatzweg-Sternwaldele ist landschaftlich sehr wertvoll und sollte eigentlich so weit wie möglich in Ruhe gelassen werden. Die vorgesehenen Bauten bringen hier eine große Veränderung und Unruhe.
  • Der kürzeste Weg vom Südosten Brunecks zum Ring bleibt eine Anbindung vom Ring zur Moessmer. Diese sog. Moessmerrampe wird von der Gemeindeverwaltung zwar weiterhin als sinnvoll angesehen, aber auf unbestimmte Zeit verschoben, im Hinblick auf mögliche neue Bautätigkeit im Viertel. Jede Zufahrt hat Vor- und Nachteile, aber insgesamt geben wir der Moessmerrampe den Vorzug vor der Zufahrt über den Kronplatzweg. Die Moessmerrampe ermöglicht es auch, Stuckstraße und Willramstraße vom Schwerverkehr zu befreien und in die verkehrsberuhigte Innenstadt einzubeziehen. .

Weiterlesen

Anfrage: Stadtmarketing

Die jüngsten Vorgänge rund um das Stadtmarketing Bruneck werfen u. a. Fragen zu seiner Rolle und Funktionsweise auf, die schon in früheren Jahren Gegenstand von Anfragen und Diskussionen waren. Das Stadtmarketing ist zwar nicht Teil der Gemeindeverwaltung, wird aber von der Gemeinde zu einem wesentlichen Teil finanziert und nimmt auch Aufgaben wahr, die im öffentlichen Interesse sind. Wir richten deshalb folgende Fragen an die Stadtverwaltung:

1. Zur Funktionsweise der Genossenschaft Stadtmarketing:
a) Wie viele Sitzungen des Verwaltungsrats haben seit Gründung der Genossenschaft stattgefunden?
b) Welche konkreten Initiativen gingen vom Verwaltungsrat aus?
c) In welcher Weise haben sich die einzelnen Mitglieder der Genossenschaft als Vertretungen verschiedener Realitäten Brunecks in die Tätigkeit des Stadtmarketings eingebracht?
d) Wie setzen sich Einnahmen und Ausgaben der Genossenschaft Stadtmarketing seit ihrer Gründung zusammen?

2. Zum Prozess bezüglich Neudefinition der Rolle und Aufgaben des Stadtmarketings:
a) Mit welchen Kosten war dieser Prozess verbunden?
b) Wie war der Prozess strukturiert?
c) Wie viele Treffen, Workshops, Befragungen u. ä. wurden durchgeführt?
d) Zu welchem Ergebnis ist man gelangt? Weiterlesen

Landtagsanfrage: Wie gestaltet sich die Zukunft des AVS-Wäldchens in Dietenheim/Bruneck?

Aschgut früher

Aschgut früher

Das sog. AVS-Wäldchen in Dietenheim/Bruneck ist seit bald 100 Jahren Teil eines Ensembles von Natur und reizvollen Bauten: Der letzthin vorgenommene bauliche Eingriff am angrenzenden Hang zwischen Waldweg und Hebenstreitstraße aber hat das äußere Dorfbild nicht nur entscheidend verändert, sondern auch ein mit dem Wäldchen seit Jahrzehnten bestehendes Ensemble rund um das Aschgut zerstört.

Eine nunmehr geplante, bisher nur vage angedeutete „Verjüngung“ des Wäldchens, lässt wenig Gutes erwarten. Der dort angelegte, historische AVS-Lärchenwald in Dietenheim ist bereits jetzt ein schütteres, ungepflegtes Gehölz, aus dem laufend Lärchen entfernt werden/wurden, wo mit Plastikfolien bedeckte Holzstapel den Waldboden „verzieren“ und dem nun offenbar eine Radikalkur bevor steht. Bald sollen die alten Lärchen fallen und angeblich einer Neubepflanzung weichen. Zwar ist den Anwohnern klar, dass die zuständigen Behörden den Waldbestand auf seinen Zustand hin prüfen müssen, um etwaige morsche oder kranke Bäume zu entfernen. Aber ist hierzu wirklich eine Radikalkur unvermeidbar, die in kurzer Frist den gesamten Bestand abrasiert?

Aschgut heute

Aschgut heute

So ist zu fragen, warum der Eingriff gerade jetzt erfolgen soll und in dem geplanten Ausmaß. Zudem hat die geplante Abholzung gewiss negative Auswirkungen auf das Mikroklima, denn:

  • Tatsache ist, dass bereits jetzt die Klimaerwärmung und die massive Verbauung den seit jeher trockenen, heißen Hang im Sommer noch weiter aufheizen.
  • Zudem ist bei einer Abholzung der alten Bäume eine bisher windgeschützte Gegend den Winden, besonders dem Nordwind, frei ausgesetzt. Der bestehende alte Wald hat die negativen Auswirkungen seit jeher verhindert, abgeschwächt und im Lauf der Jahre das Wohlbefinden von Mensch und Tier immer gesteigert.

Weiterlesen