Verkehrskonzept Bruneck Ost: Einige Klarstellungen zu unserem Ansatz • Piano del traffico per Brunico Est: alcune precisazioni sul nostro approccio

Wie schon in der Gemeinderatssitzung am 30. Mai bemerkt, handelt es sich beim Ansatz, den ich erläutert habe, natürlich nicht um einen fertigen Gegenvorschlag. Dazu müssten viele Aspekte vertieft und ausgearbeitet werden, wofür wir weder Zeit noch Ressourcen haben. So ist es für die Gemeindeverwaltung natürlich ein Leichtes, alle möglichen Zweifel über Kosten, Machbarkeit usw. ins Feld zu führen. Auf einige sehr oberflächliche Einwände möchte ich allerdings doch eingehen.

Die Kosten unserer Parkplatzlösung für die Oberstadt können schwerlich höher sein. Ein Ausbau des Besucherparkplatzes direkt an der Reischacher Straße auf 150 Stellplätze ist mit Sicherheit günstiger als eine mehrstöckige, unterirdische Tiefgarage mit 300 Plätzen unter der Schlosswiese. Ein 150 Meter langer Schacht für einen Schrägaufzug ist mit Sicherheit günstiger als ein 120 Meter langer Straßentunnel.

Die Lösung mit Garage oben und Aufzug ist schneller und komfortabler. Im Lift braucht man eine Minute bis zur Oberstadt. Man spart sich dabei die Einfahrt in die Schlosswiese durch Tunnel und Rampen und den Fußweg von der Schlosswiesengarage bis in die Oberstadt. Insgesamt braucht man mindestens eine Minute weniger vom Start- zum Zielort.

Die Kosten für ein Parkdeck in der Schlosskurve kann man nicht als Zusatzkosten sehen, denn damit wird ein Resultat erreicht, das das Konzept der Gemeindeverwaltung nicht schafft: ein zentraler Auffangparkplatz vor der Reischacher Kreuzung. Weiterlesen

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Schlossgarage und Bruneck Ost: ein etwas anderer Ansatz

In der Gemeinderatssitzung am 30. Mai wurde das Verkehrskonzept für Bruneck Ost genehmigt. Ausgehend von der vorgesehenen Tiefgarage unter der Schlosswiese soll die unterirdische Zufahrt zur Garage als vollständiger Straßentunnel ausgebaut werden, der vom Parkplatz des MMM-Museums bis zum Kronplatzweg führt. Dieser Tunnel soll zusammen mit dem Kronplatzweg als Zufahrt für die Sternbachstraße und das gesamte Gebiet südlich der Rienz werden (Lamprechtsburger Weg, Schwimmbad…). Dafür soll der Verkehr an der Tennisbrücke und in Außerragen unterbrochen werden, so dass kein Schleichverkehr von Süden über die Sternbachstraße und die Tennisbrücke in andere Stadtviertel mehr möglich ist. Die Zone Moessmer wird über Stuckstraße und Willramstraße erschlossen, das „Breralager“über die Kererstraße. In der Stuckstraße wird ein ampelgeregelter, abwechselnder Einbahnverkehr eingeführt.

Nachdem auch das letzte, 2008 genehmigte Verkehrskonzept keine konkrete Lösung für Bruneck Ost vorsah, weil man sich auf keine Variante einigen konnte, und nachdem auch die nachfolgenden Vertiefungen im Sand verlaufen waren, ist dies nun das erste greifbare und durchdachte Konzept. Der Verkehr im Osten und Südosten der Stadt wird neu geordnet und auf drei Zufahrten aufgeteilt, wobei jedes Gebiet nur den Verkehr trägt, der dort seine Quelle oder sein Ziel hat. Dieses sog. Stichstraßenprinzip wird von den Grünen seit Jahrzehnten forciert, der Verkehr soll möglichst zum Ring geführt und Schleichverkehre, wie heute über den Kronplatzweg, sollen unterbunden werden. Insgesamt bringt das Konzept also durchaus eine Verbesserung im Vergleich zur heutigen Situation.

Allerdings weist der Ansatz auch bedenkliche Elemente auf:

  • Die Idee der neuen Zufahrt ist eine Folge der Garage in der Schlosswiese, die von der Stadtverwaltung seit vielen Jahren beharrlich verfolgt wird. Nach über 5 Jahren Jahren Verzögerung und dem Scheitern des geplanten Raumordnungsvertrags will die Gemeinde nun die vollen Kosten für diesen sehr aufwändigen Bau übernehmen. Über dieses Projekt ist genug geschrieben worden – es taugt de facto nur als Parkplatz für Oberstadt, Pfarrkirche und Ragenhaus und nicht als zentraler Auffangparkplatz. Dafür ist es überdimensioniert, ist zu aufwändig als mehrstöckige Tiefgarage unter der Schlosswiese und es stört ein sehr sensibles Gebiet.
  • Das Gebiet Kronplatzweg-Sternwaldele ist landschaftlich sehr wertvoll und sollte eigentlich so weit wie möglich in Ruhe gelassen werden. Die vorgesehenen Bauten bringen hier eine große Veränderung und Unruhe.
  • Der kürzeste Weg vom Südosten Brunecks zum Ring bleibt eine Anbindung vom Ring zur Moessmer. Diese sog. Moessmerrampe wird von der Gemeindeverwaltung zwar weiterhin als sinnvoll angesehen, aber auf unbestimmte Zeit verschoben, im Hinblick auf mögliche neue Bautätigkeit im Viertel. Jede Zufahrt hat Vor- und Nachteile, aber insgesamt geben wir der Moessmerrampe den Vorzug vor der Zufahrt über den Kronplatzweg. Die Moessmerrampe ermöglicht es auch, Stuckstraße und Willramstraße vom Schwerverkehr zu befreien und in die verkehrsberuhigte Innenstadt einzubeziehen. .

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Anfrage: Gefahrenstellen Tennisweg

Der Tennisweg weist sehr viele Hindernisse auf dem Schulweg der Kinder und Bürger dieser Zone auf.
Südwärts gibt es 4 Ausfahrten entweder von Tiefgaragen oder Seitenstraßen auf einen sehr schmalen Gehweg, der auch für die Fahrräder benutzbar ist. Erschwerend kommt hinzu, dass der Tennisweg ein nicht unbedeutendes Gefälle aufweist. Nordwärts gibt es gar keinen Geh- bzw. Radweg und es gibt 2 Ausfahrten aus Tiefgaragen und auch den viel befahrenen Neurauthweg. Wie wir wissen kam es bereits vor einigen Monaten zu einem folgenschweren Unfall mit Radfahrerin und PKW.

Viele Anrainer sind auch der Meinung, dass der Zebrastreifen am Ende von Tennisweg und Beginn Sternbachstraße zu weit westlich eingezeichnet ist, sodass eine gute Übersicht über beide Straßen nicht möglich ist.

Ich bitte um Beantwortung folgender Fragestellung:

  • Was gedenkt die Verkehrskommission und die Gemeindeverwaltung zu tun, um diese Gefahrenzonen zu entfernen, zum Wohle eines sicheren Schulweges und Gehweges für alle Bürger dieser Zone?
  • Den Wunsch der Bürger dieser Zone nachzukommen und den Zebrastreifen einfach verlegen?

11.09.2017
Johanna Schmiedhofer Ganthaler
Grüne Ratsfraktion

Bruneck: Eisstadion und Folgen • Brunico: stadio del ghiaccio e conseguenze

www.gemeinde.bruneck.bz.it

Nach jahrzehntelanger Diskussion und wiederholten Eingriffen am alten Standort fasste der Gemeinderat im Herbst 2013, kurz vor den Landtagswahlen, mehrheitlich einen Grundsatzbeschluss zum Bau eines neuen Eisstadions. Das Siegerprojekt wurde kürzlich vorgestellt. Ein Neubau stand lange schon zur Diskussion, die Schulzone ist dafür ein geeigneter Standort – nur: was kostet diese große Lösung und welche Folgen hat sie?

Bereits die Beschaffung des Grundes durch die Gemeinde hatte ihren Preis. Dafür wurden zwei Raumordnungsverträge abgeschlossen und die Einnahmen eines dritten Raumordnungsvertrags verwendet. Folgen sind u. a. eine Wohnbauzone in St. Georgen und das sehr problematische Wohnbauprojekt „Aschgut“ in Dietenheim.

Über die Dimensionen des Projekts wurde nicht breiter diskutiert, als Baukosten wurden 15 Millionen Euro festgelegt. Davon gehen 8 Millionen über das Land (Schulbau, Sportstätten, CONI, Rotationsfond) und 7 Millionen zu Lasten der Gemeinde, davon sind 4,5 Millionen im Gemeindehaushalt aufzubringen (inkl. Rotationsfond) und 2,5 Millionen soll das Grundstück des alten Eisstadions bringen. Samt Grund kommt das Projekt auf 18,75 Millionen, davon 10,75 Millionen zu Lasten der Gemeinde, das sind 670 Euro pro Einwohner/in. Weiterlesen

Brunecks neues Eisstadion und was es kostet

Areal neues Eisstadion

Nach Jahrzehnten des teuren Wurschtelns am bestehenden Eisstadion hat der Brunecker Gemeinderat am 30. September 2013 mehrheitlich einen Grundsatzbeschluss zum Bau eines neuen Stadions gefasst. Es traf sich zufällig, dass im Oktober desselben Jahres Landtagswahlen waren, und ebenso wollte es der Zufall, dass der damalige Bürgermeister Tschurtschenthaler auf der SVP-Liste stand.

Nun fand sich also mit Unterstützung der auslaufenden Landesregierung plötzlich die große Lösung: eine neue Anlage in der Schulzone, die allen Bedürfnissen gerecht werden soll. Ein schönes, neues Eisstadion an einem geeigneteren Ort sollte eigentlich alle zufrieden stellen. Das ausgewählte Projekt wurde kürzlich präsentiert. Nur, was kostet es, und was sind die Folgen, finanziell und urbanistisch?

Zunächst musste ein geeigneter Grund beschafft werden. Dazu schloss die Gemeinde schon im Vorfeld zwei Raumordnungsverträge ab. Der Preis war eine Bauzone im Bereich Alping in St. Georgen, die sehr problematische Wohnbauzone Aschgut in Dietenheim sowie 1,8 Millionen Euro, die über einen anderen Raumordnungsvertrag beschafft wurden und ansonsten in die Gemeindekasse geflossen wären. Der Wert des Grundes, auf dem das neue Eisstadion entstehen soll, ist im Grundsatzbeschluss mit 3,75 Millionen Euro beziffert, eingebracht von der Gemeinde. Zusätzlich wurden dabei Flächen erworben, deren künftige Nutzung noch unklar ist.

Der Stadionbau soll 15 Millionen kosten. Weiterlesen

Standort Musikschule: Fehlender Weitblick • Scuola di musica: manca la lungimiranza

Die Arbeitsgruppe „Musikschule“ hat sich in der Sitzung am 18. Mai mehrheitlich für die Errichtung eines Neubaus neben dem Ragenhaus, d. h. für die Erweiterung der Musikschule am bestehenden Standort, ausgesprochen. Der Gemeinderat soll am 6. Juni über diese Frage entscheiden. Die Grünen sprechen sich klar gegen diese Lösung aus, dieser Standort ist in mehrerer Hinsicht sehr problematisch und die Argumente dafür sind nicht stichhaltig.

  • Die Musikschule ist eine übergemeindliche Einrichtung, schon jetzt  kommt knapp die Hälfte der Schülerinnen und Schüler aus anderen Gemeinden. Der Standort Ragenhaus ist aber nur vom Stadtgebiet aus gut  zu Fuß, mit dem Rad und mit dem Citybus erreichbar. Von den Fraktionen und den umliegenden Gemeinden gibt es keine angemessenen Verbindungen, die Haltestellen sind 500-800 Meter entfernt, der Bahnhof 1,3 km. Die Folge ist ein verstärkter PKW-Verkehr vor allem in der Stuck- und Willramstraße, am Rienzufer und in der Sternbachstraße und eine Verschärfung der bestehenden Verkehrsproblematik in den östlichen Wohnvierteln Brunecks. Das Gebiet östlich der Oberstadt eignet sich für örtliche, aber nicht für überörtliche öffentliche Einrichtungen, eine weit blickende Raumplanung sollte solch wichtige Standortfragen entsprechend entscheiden.
  • Die Nähe zum Friedhof ist sehr problematisch. Der Neubau schränkt die künftige Erweiterungsmöglichkeit des Friedhofs ein. Auch wenn die betroffene Fläche nicht sehr groß ist und alleine sicherlich nicht die Problematik künftiger Bestattungsflächen löst, so ist es doch sehr kurzsichtig, von vornherein auf verfügbare Flächen zu verzichten. Unmittelbar an den Friedhof angrenzende Flächen zu verbauen ist eine Leichtfertigkeit, die nachfolgende Verwaltungen einmal bedauern könnten. Außerdem ist auch ein gewisser Respektabstand wünschenswert, der Neubau käme auf nur 3 Meter Abstand zur Friedhofsmauer zu stehen.
  • Generell ist der historisch und architektonisch sehr wertvolle Bereich um das Ragenhaus ein sehr schwieriger baulicher Kontext. Die vielen Einschränkungen ermöglichen keine wirklich attraktive Lösung, auch auf künftig mögliche neue Erfordernisse kann schwer eingegangen werden. Weiterlesen

Schottergrube Bruneck Ost: nochmals verlängern?

In der Gemeinderatssitzung am 23. August wurde über ein Gutachten der Gemeinde zur Verlängerung der Abbaugenehmigung der Firma Ploner für die Schottergrube „Nordring“ in Bruneck Ost – Nähe Bocciahalle abgestimmt.

Bezüglich dieser Grube waren die Abmachungen seit langem klar: keine Verlängerung nach August 2010. Das wäre auch gesetzlich gar nicht möglich gewesen, wenn nicht eine der üblichen ad-hoc-Bestimmungen des jüngsten „Omnibus“-Gesetzes des Landes doch eine weitere Verlängerung um 3 Jahre ermöglicht hätte.  Der Bürgermeister und die Mehrheit des Ausschusses haben sich dennoch für eine Verlängerung ausgesprochen, mit Auflagen zwar, aber die ins Feld geführten Begründungen sind u. E. nicht stichhaltig. Die Schottergrube liegt an einer ungünstigen Stelle, viel zu nahe am Wohngebiet, und für Ausnahmeregelungen ist die Zeit definitiv abgelaufen.Die Grünen haben deshalb gegen dieses Gutachten gestimmt, an das die Landesregierung im übrigen nicht gebunden ist. Auf Seiten der Ratsmehrheit gab es zwei Gegenstimmen und eine Enthaltung, die Mehrheit für den Beschluss wurde durch vier Jastimmen aus der Minderheit gesichert (3 Freiheitliche und 1 PD).

25.08.2010
Grüne Ratsfraktion
Hanspeter Niederkofler