Konzession Hydros-Kraftwerk Bruneck • Concessione centrale Hydros di Brunico

Die SEL-Affäre hat auch direkte Auswirkungen auf die Gemeinde Bruneck. Die Verlängerung der Konzession des Brunecker Hydros-Kraftwerks als direkte Folge des Skandals ist ein großes Geschenk an Edison, während die Gemeinde mit ihren Stadtwerken nach wie vor keine Möglichkeit hat, sich um die im März 2014 auslaufende Konzession zu bewerben. Die Ufergemeinden verlieren damit außerdem 3,5 Millionen Euro an Umweltgeldern. In einen Beschlussantrag an den Brunecker Gemeinderat fordern die Grünen, dass das Land seine Verantwortung wahrnimmt.

Mit dem sog. „Monti-Dekret“ wurden die in den nächsten Jahren auslaufenden Konzessionen für Großableitungen bis Ende 2017 verlängert. Das Land hätte die Möglichkeit, mit eigenen Bestimmungen einzugreifen. Der Landtag hat aber bislang die Konzessionsvergabe nicht neu geregelt und die bisher gültigen Landesbestimmungen abgeschafft. Somit bleibt nur die staatliche Regelung mit der Verlängerung der Konzessionen gültig.

Für das Hydros-Kraftwerk Bruneck bedeutet dies, dass die Konzession um mindestens 45 Monate verlängert wird. Aufgrund der Verträge zwischen SEL und Edison gehen dabei ca. 68% des Stroms an Edison und nur 32% an die SEL. Das bedeutet für Edison geschätzte 6,5 Millionen Euro an zusätzlichen Gewinnen. Hinzu kommt, dass die bisherige Konzessionsregelung keine Umweltgelder vorsieht und so den Ufergemeinden 3,5 Millionen entgehen.

Zeitraum Produktion Anteil Edison Anteil SEL
05.03.2014 – 31.12.2015 257.425 MWh 257.425 MWh (100%) 0 MWh (0%)
01.01.2016 – 31.12.2017 294.200 MWh 117.680 MWh (40%) 176.520 MWh (60%)
Gesamtproduktion Wert (72€/MWh) Gewinn
Edison 375.104 MWh (68%) € 27.007.560 € 6.489.317
SEL 176.520 MWh (32%) € 12.709.440 € 3.053.796

Die gesetzgeberische Untätigkeit des Landes kommt natürlich  nicht von ungefähr, sondern ist eine direkte Folge der allseits bekannten Vorfälle bei der Vergabe der großen Wasserkraftkonzessionen. Da man unter besonderer Beobachtung seitens der staatlichen und europäischen Behörden steht, zieht man es vor, auf Zeit zu spielen. Weiterlesen

Beschlussantrag: Konzession Hydros-Kraftwerk Bruneck • Mozione: concessione centrale Hydros di Brunico

Rienz, PerchaIm Artikel 37 des Gesetzesdekrets Nr. 83 vom 22. Juni 2012 („Monti-Dekret“) hat die Regierung die Regelung der Ausschreibungen der Konzessionen für Großableitungen für Wasserkraftwerke abgeändert. Insbesondere sieht Absatz 2 vor, dass die Konzessionen, die innerhalb 31. Dezember 2017 ablaufen und für die die Fünfjahresfrist vor Ablauf der Konzession zur Einleitung der Wettbewerbe technisch nicht anwendbar ist, bis zum 31. Dezember 2017 verlängert werden.

Der Landesgesetzentwurf vom 18. Juli 2012, Nr. 145/12-XIV, „Bestimmungen im Bereich Nutzung öffentlicher Gewässer zur Erzeugung elektrischer Energie“ ist bisher vom Landtag nicht genehmigt worden.

Am 7. Dezember 2012 hat der Landtag mit Beschlussantrag 444/12 die Landesregierung verpflichtet, „vorab keine neuen gesetzlichen Bestimmungen betreffend die Ausschreibung der Wasserkonzessionen anzustreben, sondern (…) das von der Staatsregierung geöffnete Zeitfenster zu nutzen und die (…) Konzessionen für Großwasserableitungen (…) zu verlängern.“
Am 13. Dezember 2012 hat der Landtag mit Art. 38 des Finanzgesetzes den Artikel 19 des Landesgesetzes vom 20. Juli 2006 Nr. 7 aufgehoben, d. h. die Landesbestimmungen, die die Ausschreibungen der Konzessionen für Großableitungen regelten.

Auf diese Weise ist im Bereich der Wasserkraftkonzessionen eine Gesetzeslücke auf Landesebene entstanden. Es bleibt einzig das „Monti-Dekret“ gültig, das die Verlängerung der Konzessionen vorsieht. Konkret werden bis 31. Dezember 2017 die Konzessionen der Hydros-Kraftwerke von Bruneck (läuft am 5.3.2014 ab), Pfitsch (17.11.2016) und Marling (18.11.2016) verlängert. Weiterlesen

Bruneck 100% erneuerbar?

Die Gemeinde Bruneck hat kürzlich eine neue Auszeichnung entgegengenommen, den ersten Platz der „RES Champions League“ in der Kategorie der Kleinstädte. Bruneck ist  sozusagen „Europameister“ in der Nutzung erneuerbarer Energie. Das ist erfreulich und gibt natürlich auch Anlass für großes Eigenlob seitens der Stadtverwaltung. Die Grünen, die sich seit Jahrzehnten auf allen Ebenen für erneuerbare Energien einsetzen, freuen sich über dieses Ergebnis. Es sind aber auch ein paar Anmerkungen angebracht.

Die RES Champions League ist eine Art „Meisterschaft“ in den erneuerbaren Energien Sonne und Holz, an der sich Gemeinden in sieben europäischen Ländern (Deutschland, Tschechische Republik, Polen, Bulgarien, Ungarn, Italien und Frankreich) beteiligen können (www.res-league.eu). Die nationalen Organisationen ermitteln die Gewinner der einzelnen Länder, unter denen dann der europäische Titel vergeben wird. Für Italien hat Legambiente Bruneck als „Comune rinnovabile 100%“ ausgezeichnet und für den europäischen Preis nominiert.

Ausschlaggebend ist die installierte Leistung pro Einwohner für Energie aus Holz und Sonne. Bruneck steht hier insbesondere mit seinem großen Heizwerk, das nicht nur Bruneck, sondern auch umliegende Gemeinden versorgt, sehr gut da. Die Fernwärme leistet einen wichtigen Beitrag für die Eindämmung der CO2-Emissionen und eine bessere Luftqualität. „100% erneuerbar“ ist das Heizwerk allerdings nicht, ca. 30% der Wärmeleistung wird mit Gas erbracht. Das mag technisch erforderlich und wirtschaftlich sinnvoll sein, aber eine erneuerbare und klimaneutrale Energiequelle wird aus Erdgas dadurch nicht. Weiterlesen

Öko-Nonsens

Leserbrief

Da werden künftig nach Presserecherchen im Schnitt zwei- bis viermal täglich Tanklaster von und nach Bordeaux nicht nur an meinem Haus vorbeifahren, um Rapsöl nach Sand in Taufers zu liefern. Dort verbrennt es in Blockheizwerken zu Wärme und Strom. Die zusätzlichen Abgase und Lärm verdanke ich findigen Betreibern, die einen ökologischen Ansatz in reine Geschäftemacherei verdrehen – auch mit Hilfe öffentlicher Subventionen für den Stromverkauf. Anstatt das Rapsöl möglichst in der Region zu verbrennen, wo es hergestellt wird und gegebenenfalls den Strom zu verschicken, wird es mit einem jährlichen Energieaufwand, mit dem man mehr als 130 Einfamilienhäuser beheizen könnte, nach dem an Wasserkraft so reich gesegneten Südtirol geliefert. Dass es in dem Dorf, dem einer der Initiatoren als Bürgermeister vorsteht, bereits ein für die Wärmeproduktion ausreichendes Hackschnitzelwerk und zur Not einen Anschluss an eine Erdgasleitung und an die Mühlener Biowatt gibt, lässt die Geschäftstüchtigen nicht zur grünen Vernunft kommen.

Wie verhöhnt fühlt sich da, wer sich nicht nur aus finanziellen Gründen ums Energiesparen bemüht. Er wird auch die Erreichbarkeits-Diskussion Pustertaler Wirtschaftskreise in neuem Licht sehen.

Georg Peintner
16.01.2011

Mündliche Anfrage: Weihnachtsbeleuchtung • Interrogazione orale: festoni natalizi

Die Grüne Ratsfraktion wünscht zu erfahren, weshalb die Gemeindeverwaltung von Bruneck, die zumindest ihren Worten gemäß für Energieeinsparung und gegen Lichtverschmutzung eintritt, nicht wenigstens veranlasst hat, die Festbeleuchtung in der Stadtgasse auszuschalten, nachdem seit dem Weihnachtsfest fast ein Monat vergangen ist.

Il Gruppo verde desidera sapere perché l’Amministrazione di Brunico che, almeno a parole, si dichiara favorevole al risparmio energetico e contraria all’inquinamento luminoso non abbia ancora provveduto almeno a spegnere i festoni luminosi che addobbano „ancora“ la via Centrale dopo quasi un mese dal Natale.

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Primarie dell’acqua e dell’energia

Die Grünen sammeln italienweit Unterschriften zur Vorbereitung von Volksabstimmungen gegen neue Atomkraftwerke und für erneuerbare Energien sowie gegen die Privatisierung des Trinkwassers.

Sie können in Bruneck unterschreiben am Samstag, 19. Dezember 2009, 10 bis 12 Uhr am Gilmplatz (Graben).

I Verdi raccolgono firme in tutta Italia per preparare referendum contro le nuove centrali nucleari  e per le energie rinnovabili e contro la privatizzazione dell’acqua potabile.

A Brunico si può firmare sabato, 19 dicembre 2009, ore 10-12 in piazza Gilm (Graben).

Anfrage: Fotovoltaikanlage Eisstadion • Interrogazione: impianto fotovoltaico sullo stadio del ghiaccio

Die Grüne Ratsfraktion ersucht den Bürgermeister, im Gemeinderat den Werdegang des Projekts einer Fotovoltaikanlage auf dem Dach des Eisstadions zu erläutern. Insbesondere wünscht sie zu erfahren, von wem die Initiative dazu ausgegangen ist, ob der Gemeindeausschuss davon in Kenntnis war und wie es möglich ist, dass ein derartiges Projekt ohne vorherige Vereinbarung mit den Stadtwerken in ihrer doppelten Funktion als Stromversorger und Mehrheitseigentümerin der Reipertiner Sportanlagen GmbH geplant werden kann. Hat die Gemeindeverwaltung die Anbringung des Schriftzuges „Solar Arena“ auf der Fassade des Eisstadions genehmigt? Weiterlesen