Einmischen lohnt sich…

Leserbrief

Das Beispiel des Bozner Bahnhofs zeigt, dass es sich lohnt, sich einzumischen. Ohne die vielen kritischen Stimmen wäre die Bahnhofsverlegung wohl ihren Weg gegangen und irgendwann hätte man sich mit einem abgelegenen Retortenbahnhof abfinden müssen. Das jetzige Siegerprojekt zeigt einen anderen Weg auf. Der Bahnhof bleibt an seinem historischen, sehr günstigen Ort und die Bahnsteige werden weder an den Stadtrand geschoben noch unter die Erde verbannt, was bei dem einmaligen Panorama, das der Ort bietet, einer Barbarei gleichkäme. Vieles wird noch zu klären sein, gerade auch die Art der Stadtentwicklung, die hier vor sich gehen soll, aber man sieht: zuweilen kann es ein Segen sein, etwas Zeit zu verlieren.

01.03.2011
Hanspeter Niederkofler

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„Erreichbarkeit“: neues Schlagwort für alte Rezepte • „Raggiungibilità“: nuovo slogan, vecchie ricette

Von der Handelskammer und ihrem Präsidenten wird neuerdings die schlechte Erreichbarkeit unseres Landes am Boden, zu Wasser und speziell in der Luft beklagt. Vom Pustertal aus kommt wie bestellt als Echo das altbekannte Gejammer von der ach so unzumutbaren Straße, die Wirtschaft und Wohlstand gefährde. Das Thema wäre ja eigentlich mehr etwas fürs Sommerloch, aber heuer darf auch die Vorweihnachtszeit dafür herhalten.

Schnelle Straßen = Wohlstand?

Die selbsternannten Vordenker unserer regionalen Wirtschaft haben wohl nie bedacht, dass dieselben Straßen, auf denen möglichst schnell und „flüssig“ unser Wohlstand anrollen soll, auch dazu dienen, die lokale Kaufkraft abfließen zu lassen, die auswärtige Konkurrenz herzuholen und die Massenwaren anzuliefern, die unserer Nahversorgung das Leben schwer machen. Mehr und schnellere Straßen bringen ab einem gewissen Punkt nicht mehr Wohlstand, von dieser Legende sollten wir uns endlich verabschieden. Die Gebiete mit der höchsten Autobahndichte sind oft genug auch die Gebiete mit der höchsten Arbeitslosigkeit. Transportwiderstände sind auch ein Schutz für kleinräumige Strukturen, das geht aus vielen Untersuchungen hervor.  Weiterlesen

Ja zur Bahn! • Sì alla ferrovia!

Stellungnahme zum „Pustertaler Bahntag“ am 18.10.2008bahnhofmuehlbach

Wir freuen uns über modernisierte Bahnhöfe, neue Zuggarnituren und einen dichteren Fahrplan auf der Pustertaler Bahn. Damit hat sich der jahrzehntelange Einsatz von Umweltschützern sowie ökologisch und sozial verantwortungsbewussten Politikerinnen und Politikern gelohnt.
Lange genug stießen die Forderungen nach einem Ausbau der Bahn und des öffentlichen Verkehrs bei der Landesregierung auf taube Ohren, während astronomische Summen in den Straßenbau und damit in die Steigerung des Auto- und LKW-Verkehrs investiert wurden. Nun hat sich endlich die Erkenntnis durchgesetzt, dass ein moderner und leistungsfähiger öffentlicher Verkehr für unser Land unverzichtbar ist. Weiterlesen

Pustertaler Verkehrspolitik konkret

eine Grüne Exkursion
Mühlbach-Vintl, 11.10.2008

Zur Fortbewegung setzen wir ein innovatives und hocheffizientes Verkehrsmittel ein, das mittels Biotreibstoffen angetrieben wird. Klimaschonend und gesundheitsfördernd. Dieses Verkehrsmittel ermöglicht eine optimale Wahrnehmung der Umgebung inklusive Details, die den Nutzern anderer Verkehrsmittel verborgen bleiben.
Kurz, wir gehen zu Fuß.

Bahnhof Mühlbach

Wie man aus einer heruntergekommenen Haltestelle einen modernen Regionalbahnhof macht (und warum das nicht schon vor 20 Jahren geschehen ist)
Bahnhof Mühlbach

Der erste der neuen Triebwagen ("FLIRT") im Bahnhof Mühlbach, 28.08.2008

Wer sich schon in den frühen Achtzigern trotz mehr als dürftiger Verbindungen mit der Pustertaler Bahn bewegt hat, hat diesen Bahnhof vielleicht noch als Blumenparadies in Erinnerung. Mit der Elektrifizierung der Bahn in den Jahren 1984-1989, dem Abzug des Personals und dem Bau der Umfahrung unter dem Bahnhofsgelände hindurch war die Idylle vorbei. Eine Sanierung der Bahnsteige und Erneuerung der Beschilderung wurde damals „vergessen“, die ersten Jahre nach der Elektrifizierung wurde der Bahnhof überhaupt nicht mehr bedient, später wieder als Bedarfshaltestelle geöffnet. Mittlerweile halten wieder fast alle Züge hier.
Jetzt ist aber Bewegung in die Pustertaler Bahn gekommen: Mühlbach und Ehrenburg sind die ersten beiden Bahnhöfe, deren Anlagen totalsaniert wurden und sie präsentieren sich heute als moderne Regionalbahnhöfe mit erhöhten Bahnsteigen, Bahnsteigüberdachungen, Parkplätzen und Radabstellplätzen. Neue Triebwagen sind am Anrollen, ab Dezember 2008 wird im Ab­schnitt Bruneck-Franzensfeste im Halbstundentakt gefahren. Wenn nun noch die Riggertalschleife gebaut wird, wird das untere Pustertal endlich auch eine von den Fahrtzeiten her attraktive Anbindung an Brixen und Bozen erhalten.
Kurz, es wird jetzt umgesetzt, was Umweltschützer und Grüne schon seit Jahrzehnten verlangen und wofür sie vor nicht allzu langer Zeit noch eher belächelt wurden. Weiterlesen

Kronplatz AG als Vorkämpferin für die Bahn? • La Plan de Corones SpA in prima linea per la ferrovia?

kronplatz_talstation

Panorama Talstation - stazione a valle

Es freut uns, dass man nun auch in der Kronplatz AG zur Einsicht gekommen ist, dass die Bahn ein zentrales Element jeder Mobilitätspolitik im Pustertal sein muss.
Dass sie die Bahn allerdings weiter als Vorwand benutzt, um eine nochmalige Vergrößerung des Skigebiets am Kronplatz voranzutreiben, die landschaftlich untragbar und wirtschaftlich fragwürdig ist, können wir unmöglich gutheißen.

Die Kronplatz AG ist in den vergangenen Jahrzehnten nie durch besonderes Bemühen aufgefallen, zur Lösung der durch den Skiverkehr entstehenden Verkehrsprobleme im Brunecker Raum beizutragen. Sie hat sich weder besonders für die Skibusdienste eingesetzt noch für die Ausfahrt Reischach von der Südumfahrung. Verkehrspolitische Maßnahmen waren einzig die wiederholten Vergrößerungen des Parkplatzes an der Reischacher Talstation, wobei man es bisher z. B. „vergessen“ hat, eine brauchbare Haltestelle für die Skibusse zu verwirklichen. Weiterlesen

Beschlussantrag: Riggertalschleife • Mozione: bretella ferroviaria Val di Riga

minuettoGemeinsamer Beschlussantrag der Ratsfraktionen der Grünen und der Bürgerliste Bruneck

Eine effiziente und schnelle Bahnverbindung zwischen dem Pustertal und Bozen ist von großer Wichtigkeit und wird von der Bevölkerung deutlicher denn je gefordert.
Die Bahn wird gegenüber der Straße aber erst wirklich konkurrenzfähig sein, wenn ein kundengerechter Fahrplan angeboten wird und wenn eine direkte Verbindung von der Pustertaler Bahn zur Brennerbahn in Südrichtung zur Verfügung steht, die die Zeitverluste durch den Umweg und die Stehzeiten in Franzenfeste beseitigt.

Der Gemeinderat Bruneck unterstützt deshalb mit Nachdruck die verschiedenen Initiativen, die sich dieses zum Ziel setzen,

beauftragt den Bürgermeister, diese Erklärung bei den zuständigen Landesbehörden vorzubringen

und fordert seine Vertreter im Bezirksrat auf, eine gleich gelagerte Initiative zu ergreifen.  Weiterlesen

Beschlussantrag: Schienen-Güterverkehr • Mozione: trasporto merci su rotaia

binariomortoDie Schließung des Güterbahnhofs in Brixen führt dazu, dass Wagen, die für Brixen bestimmt sind, nach Bruneck geschickt und die Güter dann auf der Straße nach Brixen geliefert werden. Dies ist die letzte einer Reihe von Entscheidungen, die die Entwicklungsperspektiven der Pustertaler Bahn in Frage stellen.

Der Gemeinderat Bruneck beauftragt den Bürgermeister, bei den Verantwortlichen der Logistikdirektion (Direzione generale operativa logistica) in Verona zu intervenieren und ihnen mitzuteilen, dass sich der Gemeinderat entschieden gegen eine derartige Politik stellt, die zweifellos den Straßengüterverkehr auf Kosten der Schiene fördert und zu einem weiteren Wachstum des Schwerverkehrs auf der Pustertaler Straße und in der Folge zu mehr Lärm- und Luftbelastung führt. Weiterlesen