Anfrage: Gewaltprävention

Vorfälle von Gewalt im Umfeld einiger Nachtlokale werden weiterhin häufig berichtet und sind zum Teil auch den Medien zu entnehmen. Dieses Problem betrifft auch Bruneck.

Neben Kontrollen und polizeilichen Maßnahmen ist es hier vor allem notwendig, auf die Ursachen einzuwirken und Präventionsarbeit zu leisten. Dafür müssen verschiedene Akteure zusammenspielen, auch der Gemeinde kommt dabei eine Rolle zu.

Als wichtige Themen erachten wir die Einbeziehung von Lokalbetreibern, ihren Security-Diensten und den Mietwagenunternehmen, um dafür Sorge zu tragen, dass auch außerhalb der Lokale ein sicheres Ankommen und Verlassen der Gelände gewährleistet ist, ebenso die Handhabe der Alkoholausgabe sowie Bewusstseinsbildung bei Jugendlichen und Schulungen zum Thema Zivilcourage und Verhalten bei Provokationen, Drohungen und Gewalt.

Dazu stellen wir folgende Fragen:
Welche Aktionen zu diesen Themen und allgemein zur Gewaltprävention sind derzeit in Bruneck in Durchführung oder vorgesehen und welche Rolle spielt dabei die Gemeindeverwaltung?
Sieht die Gemeindeverwaltung weitere Initiativen zu dieser Thematik vor? Weiterlesen

Werbeanzeigen

Menschen dürfen kein Problem sein • Le persone non devono essere un problema

Zum Anschlag in Vintl und der darauf folgenden Debatte ein Zitat aus einem Kommentar von Hans Karl Peterlini, der darin Wesentliches auf den Punkt bringt:

„Besonders schwerwiegend finde ich jene Kommentare, die zwar Gewalt gegen Asylanten verurteilen, aber im nächsten Satz feststellen: Das wird nicht das letzte Mal sein, weil den Menschen geht die Luft aus oder man dreht ihnen den Kragen ab, wenn nichts getan wird gegen das Problem – und schon sind nicht mehr die Gewalttäter das Problem, sondern jene, die Gewalt erleiden, jene, die in der Regel zuerst auf Stammtischniveau zu Untermenschen herabgewürdigt werden und dann im Extremfall auch einmal totgeschlagen oder brandgeschatzt werden.

Diese simple Denkfigur, die aus Menschen ein Problem macht, das gelöst werden muss, manchmal eben auch endgelöst, ist das Einfallstor für den Rassismus in die Welt des guten kleinen Mannes, der sich seines Unrechts nicht bewusst ist, gar nichts böses zu denken oder wollen glaubt, ja so viel Verständnis hat, aber dann im Aber die Lösung findet – schlicht des Biedermanns, der sich am Ende als Brandstifter wiederfindet und nicht weiß, was er getan hat.

Extremtaten sind grauenhaft, aber sie sind nur Symptome einer lieblich auftretenden Alltagskultur, die den Anderen per se zum Problem macht. Ich glaube, darauf gibt es keine andere Antwort als die „ohne-wenn-und-aber-Feststellung“, dass Menschen kein Problem sein dürfen, das man lösen muss, dass wir alle Ausländer sind und Fremde, die von irgendwoher kommen und irgendwohin gehen, dass wir alle Gast sind auf dieser Erde und dass jene, die sich Herren wähnen dieselben sind, die humane, soziale und ökologische Verwüstung über uns und unseren Planeten bringen.“ Weiterlesen