Pustertaler Straße: Vernunft statt Beschleunigung • Strada della Pusteria: ragionare, non velocizzare

Die hochsommerlichen Verkehrsspitzen werden regelmäßig zum Anlass genommen, um weitere Straßenausbauten im Pustertal zur Diskussion zu stellen. Diese Debatten gehen an der eigentlichen Verkehrsproblematik vorbei.

Die Überlastungsprobleme auf der Pustertaler Staatsstraße treten punktuell in der touristischen Hochsaison auf. Eine Anpassung der Infrastruktur an diesen Spitzenverkehr ist weder sinnvoll noch möglich. In diesen Zeiten ist das gesamte Straßennetz in den Fremdenverkehrsgebieten der Alpen überlastet.

Eine Beschleunigung des Verkehrs führt nicht zu weniger Staus. Das Gegenteil ist der Fall – höhere Geschwindigkeiten erfordern größere Abstände und bedingen größere Instabilität des Verkehrsflusses. Keine der als Umfahrungen und Sicherungsmaßnahmen verkauften Ausbauten zur Beschleunigung der Pustertaler Straße führt dazu, Überlastungsprobleme zu vermeiden. Im Gegenteil: durch höhere Geschwindigkeiten wird ein verstärktes Verkehrsaufkommen induziert, das noch höhrere Spitzen verursacht. Weiterlesen

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Die Mär vom flüssigen Verkehr

Der motorisierte Straßenverkehr weist die bekannte Eigenschaft auf, zuweilen Staus zu bilden. Die Ursache dafür ist im Allgemeinen recht simpel: zu viele Fahrzeuge zur selben Zeit am selben Ort. Da ein Stau von den ihn bildenden Verkehrsteilnehmenden gewöhnlich als etwas Negatives empfunden wird, löst sein Auftreten regelmäßig Debatten darüber aus, was zu tun wäre, um ihn zu beseitigen. Da die wirksamste Lösung, nämlich seine Nichtauslösung durch Nichtbeteiligung („stell dir vor es ist Stau und niemand fährt hin“) für den überwiegenden Teil der Beteiligten nicht in Frage zu kommen scheint, läuft die Diskussion für gewöhnlich auf anderen Bahnen:

  • Suche nach einem Verursacher („zuviele Blechkisten unterwegs“ scheidet, wie erwähnt, wegen manifester Logik von vornherein aus). Dieser lässt sich meist leicht in irgendeiner Engstelle, einer Kreuzung, einem Kreisverkehr, einem Kastanienbaum oder ähnlichen Objekten ausmachen, in deren Nähe man stehende Autos beobachtet. Naheliegend also, dass das Hindernis zu beseitigen ist, damit der Verkehr fließen kann.
  • Leider ist in der Folge meist zu beobachten, dass nach Entfernung des Sündenbocks der Stau dennoch keine Anstalten macht, zu verschwinden. Dafür tritt er in verlängerter Form an irgendeiner anderen Engstelle, Kreisverkehr, Brücke, Maisfeld oder ähnlichem auf. Die Logik verlangt, dass, wenn eine Maßnahme nicht hilft, man es mit der gleichen Maßnahme nochmal probieren sollte, vielleicht hilft’s ja dann. Weiterlesen

„Wir arbeiten für Sie • Stiamo lavorando per voi“

Heute stehen Sie hier im Stau, auf einer normalen Brücke und einer normalen Kreuzung.

Oggi vi trovate imbottigliati qui, su un ponte normale e un incrocio normale.

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Bald schon könnten Sie hier im Stau stehen, in einer zeitgemäßen Trompetenkreuzung, auf einer formschönen Brücke und in einem schönen modernen Tunnel. Hier soll nämlich die neue Gadertaler Ausfahrt entstehen, Kostenpunkt 40 Millionen (siehe hier und hier).
Weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Stauqualität werden zur Zeit in Vintl durchgeführt. Damit Sie morgen endlich einen anständigen Stau auf einer anständigen Straße erleben können.

Presto potreste rimanere imbottigliati qui, in uno svincolo all’altezza dei tempi, su un elegante viadotto e dentro una bella galleria di ultima generazione. E‘ qui che si prevede il nuovo svincolo per la Val Badia, per un costo di 40 milioni (vedi qui e qui).
Ulteriori misure per migliorare la qualità degli ingorghi si stanno attualmente eseguendo a Vandoies. Affinché domani possiate finalmente vivere un ingorgo decente su una strada decente. Weiterlesen

Gadertaler Ausfahrt: „beste Lösung“ Klosterwald-Variante

Bei allem Respekt vor den Bedürfnissen der Anrainer der Gadertaler Straße in St. Lorenzen, aber das Klosterwald-Ding kostet 40 Millionen und versaut die ganze Gegend. Ich denke also schon, dass da auch die „Auswärtigen“ ein Wort mitzureden haben.
40 Millionen Euro, finanziert vom Land mit dem Steuergeld aller Südtiroler/innen. Das wären knapp 11.000 Euro pro Einwohner/in der Gemeinde St. Lorenzen, oder ca. 120.000 Euro für jede/n Anwohner/in der Gadertaler Straße. Weiterlesen

Gewerbezone Vintl: verfehlte Politik • Zona produttiva Vandoies: politica sbagliata

Die Umwidmung der Gewerbezone „Lodenwirt“ in Vintl in Wohnbauzone mit Detailhandel ist nur das neueste Kapitel einer verfehlten Politik, wie sie gerade in Vintl seit Jahren exemplarisch vorexerziert wird. Weiterlesen

Sonnenburg-Klosterwald: 60 Millionen für sinnlose Zerstörung • Castelbadia-Klosterwald: 60 milioni per un inutile scempio del paesaggio

meilensteinDer Beginn der Bauarbeiten zum Sonnenburger Tunnel macht jetzt für alle Augen sichtbar, wie der Ausbau der Pustertaler Straße konkret aussieht. Dieser bedenkliche Eingriff wäre, wie viele vor ihm schon, mit ein wenig Vernunft vermeidbar gewesen. Stattdessen wird allen Ernstes behauptet, dass die Sanierung der bestehenden Straße zu aufwändig wäre, während offenbar 600 Meter Tunnel direkt unterm Burghügel als eine einfache und günstige Lösung durchgehen – bei Kosten von über 18 Millionen Euro für nicht einmal einen Kilometer Straße.

Wesentlich schlimmer ist aber das, was im Gebiet Sonnenburg noch bevorsteht. Weiterlesen

Pustertaler Verkehrspolitik konkret

eine Grüne Exkursion
Mühlbach-Vintl, 11.10.2008

Zur Fortbewegung setzen wir ein innovatives und hocheffizientes Verkehrsmittel ein, das mittels Biotreibstoffen angetrieben wird. Klimaschonend und gesundheitsfördernd. Dieses Verkehrsmittel ermöglicht eine optimale Wahrnehmung der Umgebung inklusive Details, die den Nutzern anderer Verkehrsmittel verborgen bleiben.
Kurz, wir gehen zu Fuß.

Bahnhof Mühlbach

Wie man aus einer heruntergekommenen Haltestelle einen modernen Regionalbahnhof macht (und warum das nicht schon vor 20 Jahren geschehen ist)
Bahnhof Mühlbach

Der erste der neuen Triebwagen ("FLIRT") im Bahnhof Mühlbach, 28.08.2008

Wer sich schon in den frühen Achtzigern trotz mehr als dürftiger Verbindungen mit der Pustertaler Bahn bewegt hat, hat diesen Bahnhof vielleicht noch als Blumenparadies in Erinnerung. Mit der Elektrifizierung der Bahn in den Jahren 1984-1989, dem Abzug des Personals und dem Bau der Umfahrung unter dem Bahnhofsgelände hindurch war die Idylle vorbei. Eine Sanierung der Bahnsteige und Erneuerung der Beschilderung wurde damals „vergessen“, die ersten Jahre nach der Elektrifizierung wurde der Bahnhof überhaupt nicht mehr bedient, später wieder als Bedarfshaltestelle geöffnet. Mittlerweile halten wieder fast alle Züge hier.
Jetzt ist aber Bewegung in die Pustertaler Bahn gekommen: Mühlbach und Ehrenburg sind die ersten beiden Bahnhöfe, deren Anlagen totalsaniert wurden und sie präsentieren sich heute als moderne Regionalbahnhöfe mit erhöhten Bahnsteigen, Bahnsteigüberdachungen, Parkplätzen und Radabstellplätzen. Neue Triebwagen sind am Anrollen, ab Dezember 2008 wird im Ab­schnitt Bruneck-Franzensfeste im Halbstundentakt gefahren. Wenn nun noch die Riggertalschleife gebaut wird, wird das untere Pustertal endlich auch eine von den Fahrtzeiten her attraktive Anbindung an Brixen und Bozen erhalten.
Kurz, es wird jetzt umgesetzt, was Umweltschützer und Grüne schon seit Jahrzehnten verlangen und wofür sie vor nicht allzu langer Zeit noch eher belächelt wurden. Weiterlesen