Sommerliche Trainingsaufenthalte großer Fußballmannschaften: nicht nur Vorteile

www.arthursclipart.orgStellungnahme für „Puschtra“ 14/2015 („Für und wider“)

Sommerliche Trainingsaufenthalte großer Fußballmanschaften sind eine beliebte Maßnahme zur Belebung des Tourismus. Sie bringen zuätzliche Umsätze, je nach Bedeutung und Fankreis der Mannschaft. Was langfristig bleibt und ob sie wirksamer als andere Initiativen sind, ist schwer festzustellen. Auf jeden Fall sind sie nicht gratis und haben auch Nachteile. Es gibt mehr Übernachtungen, aber auch eine gewisse „Inbeschlagnahme“, die bei anderen Gästen vielleicht nicht nur auf Wohlwollen stößt. Man sollte sich auch überlegen, welches Bild man von der eigenen Destination vermitteln möchte: Ruhe/Natur/Genuss? Dynamik/Wirbel/Action?… Und da meist auch öffentliche Gelder im Spiel sind, stellt sich eine grundsätzliche Frage. Der Profifußball, speziell in den höchsten Ligen, bewegt Unmengen an Geld, und er ist in letzter Zeit nicht unbedingt durch positive Schlagzeilen aufgefallen. Sollte man diesem Apparat also auch noch öffentliche Gelder beisteuern?

Hanspeter Niederkofler, Grüne Fraktion im Brunecker Gemeinderat
15.07.2015

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Tourismusstrategien

dachIn Sexten beschwert man sich, zu viel im Sommertourismus zu verdienen. Man hätte lieber mehr Wintertouristen, die mehr ausgeben und denen es eher wurscht ist, wenn man zwischenzeitlich ein wenig die Landschaft ramponiert.

Bei der SMG ist man besorgt, weil wir bei unseren Nachbarregionen dermaßen beliebt sind, dass 90% der Nächtigungen aus dem deutsch- und italienischsprachigen Raum kommen. Man hätte lieber mehr Gäste von weit weg, die mehr ausgeben und denen es eher wurscht ist, in welche Weltgegend sie gerade fliegen. Zwecks Hin- und Herfliegens wünscht man natürlich auch, dass die Belebungsversuche an einem der lächerlichsten Provinzflughäfen des Kontinents ohne Rücksicht auf Verluste fortgesetzt werden. Weiterlesen

„Ferrari Test Drive“: Chance für Bruneck? • un’occasione per Brunico?

Die „International Media Test Drives“ für den neuen Ferrari „FF“ sind uns als geniale Marketingidee und „historische Chance“ präsentiert worden. Es mag ja sein, dass das Projekt recht interessant erscheint, wenn man die Summen bedenkt, die in der Tourismuswerbung jedes Jahr in traditionelle Kampagnen gesteckt werden. Diese Aktion bringt schließlich eine Menge Nennungen in den internationalen Medien. Aber auch in diesem Fall stellt sich die Frage, ob nicht vor allem die direkten Nutznießer dafür aufkommen sollten statt der Steuerzahlenden. Wenn die Werbung schon so viel wert ist, warum zahlt dann „Skirama Kronplatz“ nur 20.000 € gegenüber 150.000 € von Land und Gemeinde?

Aber es stellt sich auch eine andere Frage. Natürlich ist Ferrari eine Marke mit einer großen Ausstrahlung. Aber was kommuniziert diese Marke, die wir hier „benutzen“ möchten, um unsere Fremdenverkehrsregion zu bewerben? Technologie, „Leidenschaft“, Geschwindigkeit, Aggressivität, Luxus, Exklusivität, … Sind das Begriffe, die wir mit unserem Image verbinden wollen? Wie geht das zusammen mit der Ruhe, der Entspannung, der authentischen Kultur, den historischen Schätzen, der intakten Landschaft und unberührten Natur, mit denen wir unsere Prospekte füllen, in denen im übrigen nie ein Auto zu sehen ist? Der Kult der Geschwindigkeit und der Pferdestärken, die Inszenierung des Überflüssigen und der Verschwendung – wie verträgt sich das mit dem Öko- und Nachhaltigkeitsimage, das wir uns sonst so gerne geben? Was für ein Stück wollen wir eigentlich aufführen? Unberührte Natur, UNESCO-Naturerbe oder Vergnügungspark und idealer Hintergrund, um die „Freude am Fahren“ zu genießen? Welche Botschaft wollen wir aussenden und an wen? Weiterlesen

„Ferrari Test Drive“ a Brunico

Nella seduta del Consiglio comunale del 24 gennaio ci è stata ufficialmente presentata l’ultima trovata per promuovere le bellezze della nostra terra: il percorso degli „International Media Test Drives“ del nuovo modello Ferrari „FF“ partirà da Brunico e l’itinerario passerà per le strade di montagna della nostra provincia. Per la modica cifra di 170.000 €, di cui 150.000 a carico di Provincia e Comune, tutto il mondo ci guarderà, e non si sono risparmiate parole ingombranti come „pubblicità impagabile“, „occasione storica“, „accesso a nuovi mercati“, „creazione di emozioni“ e via di seguito.

Se si fosse usato un tono più sobrio nella presentazione, forse non avremmo sentito la necessità di intervenire, ma visto che ci troviamo di fronte ad un evento „epocale“ per la nostra cittadina, un commento ci vuole. Weiterlesen

Tourismus wohin? – Turismo, dove stai andando?

05.05.2010 ore 20 Uhr in/a St. Andrä / S.Andrea

„Tourismus wohin?“
„Turismo, dove stai andando?“

Foto: Michil Costa, altabadia.org

Alpine Riviera oder Paradies des Sanften Tourismus? Brixen befindet sich am Scheideweg. Und während Hotelausweisungen im Mittelgebirge, die BrixenCard und Eventtourismus Brixens Tourismus ein neues Bild geben sollen, fragen wir den Tourismusexperten und Hotelier (La Perla) Michil Costa wie die Alternative aussehen könnte.

Il turismo è un ramo centrale dell’economia  brissinese. Per questo è importante delineare lo sviluppo turistico di una città pensando al di là dei singoli affari e sapere dove si vuole arrivare. L’alberghiere badiota e candidato dei Verdi alle Provinciali, Michil Costa condividerà con noi alcune riflessioni sul turismo dolce e sostenibile e darà alcune risposte alle questioni centrali del settore turistico riguardanti il nostro comune.

05.05.2010 ore 20 Uhr in St. Andrä / S.Andrea,
Mehrzwecksaal der Grundschule / sala polifunzionale della scuola elementare

Tourismuskonzept: Ja mit Einschränkungen • Piano del turismo: sì con riserve

bruneck_koflDie Grüne Ratsfraktion hat in der Gemeinderatssitzung am 29.07.2008 dem Beschluss zur Kenntnisnahme des Tourismuskonzepts zugestimmt.

Die Ratsmehrheit hat fünf unserer Änderungsvorschläge zum Text des Konzepts übernommen:

  • Die ökologischen Ziele werden klarer definiert: „Es wird eine Entwicklung des Tourismus angestrebt, mit der die Umweltbilanz dieses Sektors laufend verbessert wird. Insbesondere werden Entscheidungen nach der vorhersehbaren Entwicklung des Energie- und Wasserverbrauchs, des CO2-Ausstoßes, des motorisierten Verkehrs und des Flächenverbrauchs bewertet.“
  • Unter den Engpassfaktoren wird auch die gesamtwirtschaftiche Entwicklung, vor allem die Entwicklung der Kaufkraft in den Zielmärkten angeführt.
  • Bezüglich einer möglichen Erweiterung der Bettenzahl wird eingefügt: „Eine Erhöhung der Bettenkapazität in Bruneck kann nach Bewertung der Nachfragesituation und der Auswirkungen auf die bestehende Beherbergungsstruktur, die Verkehrssituation, die Landschaft und Umwelt, die Beschäftigungslage und die soziale Situation vorgesehen werden.“
  • Zu den Wohnmöglichkeiten für im Tourismus Beschäftigte wird festgehalten: „Bevor neue Mitarbeiterwohnungen gebaut werden, sind die Möglichkeiten auszuschöpfen, leer stehende Wohnungen im Gemeindegebiet zu nutzen. Viele Wohnungsbesitzer sind sicherlich eher bereit zu vermieten, wenn die Mietverträge von den Arbeitgebern abgeschlossen werden.“
  • Der Punkt zum „Einkaufserlebnis Stadtgasse“ wird umformuliert: „Die Aufenthaltsqualität in der Stadtgasse und den umliegenden Straßen ist durch Verkehrsberuhigung und gestalterische Maßnahmen zu verbessern, insbesondere durch Ausweitung des verkehrsberuhigten Bereichs und Aufwertung der Rienzufer.“ Weiterlesen

Stellungnahme zum Tourismuskonzept

sauplatz-kronplatz„Gesamtkonzept Tourismus Bruneck 2008-2018“, ETB Innsbruck-Wien, 06.05.2008

Das am 6. Mai dem Gemeinderat präsentierte Tourismuskonzept enthält neben einem ausführlichen Statistikteil insgesamt wenig klare und zum Teil auch problematische Aussagen. In der vorliegenden Formulierung kann die Grüne Ratsfraktion dem Text zur Beschlussfassung nicht zustimmen. Insbesondere muss präzisiert werden, was darin unter den „wesentlichen Aussagen und Maßnahmenvorschlägen“ zu verstehen ist.

Die im Konzept formulierten Ziele können zwar großteils geteilt werden, so etwa die Berücksichtigung der Bedürfnisse der Bevölkerung, die Erhöhung der Lebensqualität, die Erhaltung von Natur und Landschaft oder die Sicherung einer funktionierenden Landwirtschaft. Bei den empfohlenen Maßnahmen sind allerdings schwer Bezüge zu diesen Zielsetzungen herzustellen, teilweise stehen sie dazu im Widerspruch. Weiterlesen