Stau…

Leserbrief zu „Es staut im Kopf“, Leitartikel ff 18/2018

Es ist immer dieselbe Leier. Der Verkehr ist der einzige Fixpunkt im Universum. Er ist da, Er muss abgewickelt werden und Er wächst und wird immer wachsen. Er bringt Entwicklung, Er bringt Wohlstand. Er darf niemals in Frage gestellt werden. Und sollte es einmal nicht gelingen, noch mehr Menschen und Dinge in der Gegend hin- und herzukarren, folgt augenblicklich der Absturz in die Steinzeit. So viel zu Fundamentalismus.

Das Geplärr von wegen Stillstand ist ordentlich überzogen. Dass es sich immer wieder einmal staut, gehört in allen Ballungsräumen zur Normalität. Staus sind das einzige Regulativ, das bleibt, wenn man die Mobilität nicht steuern will. Die meiste Zeit aber beschränkt sich das Problem darauf, dass ein paar Zeitgenossen leiden, weil sie streckenweise mit ihren sinnlos übermotorisierten Karren 70 fahren müssen. Tut mir Leid, wenn ich da einen Mangel an Mitgefühl habe.

Hanspeter Niederkofler, Bruneck

07.05.2018

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Garage Schlosswiese: unverständliche Entscheidung • Garage nel prato del castello: decisione incomprensibile

Schlosswiese - prato del castelloDer Beschluss der Ratsmehrheit, die Gemeinde solle den Grund der Schlosswiese kaufen und dort auf eigene Faust eine Tiefgarage mit 300 Plätzen bauen, stößt bei uns auf Unverständnis.

Im Mai 2012 traf der Gemeinderat nach langer Diskussion eine Grundsatzentscheidung für eine Tiefgarage in der Schlosswiese, zu verwirklichen mittels Raumordnungsvertrag mit den Grundbesitzern. Das entscheidende Argument für den Standort Schlosswiese war, dass dort die Garage für die Gemeinde „kostenlos“ sei, während man in der Schlosskurve selbst bauen müsste, und dafür sei kein Geld da. Der Raumordnungsvertrag war eine fixe Vorgabe, die den Standort Schlosskurve a priori ausschloss.

Den angekündigten Urbanistik-Deal haben wir von Anfang an in Frage gestellt, da es uns schleierhaft war, welcher Art und Dimension die Gegenleistungen der Gemeinde sein sollten, um das Ganze zu finanzieren. Der Schleier hat sich nie gelüftet, es folgten Jahre der „Verhandlungen“ und der Ankündigungen, ohne greifbares Ergebnis. Knapp fünf Jahre nach dem Beschluss des Gemeinderats wurde dann endlich zugegeben, dass der Deal nicht zustande kommt. Und nun soll die Gemeinde tun, was vor der Entscheidung immer kategorisch ausgeschlossen wurde: selbst und auf eigene Kosten bauen. Das deckt der Beschluss von 2012 aber auf keinen Fall. Er bezog sich auf ein Gesamtkonzept, und mit der „kostenlosen“ Finanzierung fällt auch die Standortentscheidung. Wenn ein Beschluss nicht durchführbar ist, ist er umgehend an den Gemeinderat zurück zu verweisen und neu zu diskutieren. Als Gemeinderat fühlt man sich da jahrelang an der Nase herumgeführt.

Zur Frage „Schlossgarage“ an sich. Hier werden seit vielen Jahren zwei unterschiedliche Themen durcheinander gebracht. Das erste Thema ist der zentrale Auffangparkplatz für die Zufahrt von Süden. Für diese Funktion ist die Schlosswiese nicht geeignet, weil sie hinter dem Schloss in einer Entfernung liegt, die sie fürs Stadtzentrum unattraktiv macht. Sie liegt vom Rathausplatz gleich weit weg wie der Bahnhof. Die Schlosskurve bietet sich für diese Funktion hingegen geradezu an. Das Argument, dass nicht weit davon die neue Garage beim Techpark vorgesehen ist, ist kein Argument: Techpark und Rathausgarage dienen für die Zufahrt von Norden und Westen, der Schlossparkplatz für die Zufahrt von Süden. Was stimmt, ist, dass mit der neuen Zufahrt zum Stegener Marktplatz die Reischacher Straße als Zufahrt von Westen her an Bedeutung verliert. Aber der Verkehr, der vom Oberpustertal und von Reischach kommt, hat hier die schnellste Zufahrt und er braucht eine zentrale Parkmöglichkeit, bevor er die Reischacher Kreuzung erreicht. Man muss hier nicht mehr an eine Garage mit 400-500 Plätzen in der Schlosskurve denken, es geht sicherlich bescheidener und damit auch einfacher und kostengünstiger – auf jeden Fall günstiger als unter der Schlosswiese, jetzt, da die Option „gratis“ vom Tisch ist. Weiterlesen

Garage Schlosswiese: aus aktuellem Anlass nochmals ausführlich

Die Ankündigung des Bürgermeisters, die Gemeinde wolle den Grund der Schlosswiese kaufen und dort auf eigene Faust eine Tiefgarage mit 300 Plätzen bauen, Kostenpunkt 8-10 Millionen, stößt bei uns gelinde gesagt auf Unverständnis.

Im Mai 2012 traf der Gemeinderat nach langer Diskussion eine Grundsatzentscheidung zugunsten einer Tiefgarage in der Schlosswiese, zu verwirklichen mittels Raumordnungsvertrag mit den Grundbesitzern. Dieser Vertrag sollte es ermöglichen, dass die Gemeinde mindestens 200 Parkplätze erhält, ohne dafür Geld in die Hand nehmen zu müssen. Das entscheidende Argument für den Standort Schlosswiese war, dass dort ein solches Angebot vorliege und die Garage für die Gemeinde „kostenlos“ sei, während in der Schlosskurve die Gemeinde selbst bauen müsste und das sei nicht vorstellbar, dafür sei kein Geld da. Für die Garage im Bereich Schloss wurde von vornherein die fixe Vorgabe gemacht, dass sie mittels Raumordnungsvertrag zu finanzieren sei und damit wurde der Standort Schlosskurve a priori ausgeschlossen.

Wir haben den angekündigten Urbanistik-Deal von Anfang an in Frage gestellt, da es uns schleierhaft war, welcher Art und Dimension die Gegenleistungen der Gemeinde sein sollten, um das Ganze zu finanzieren und die Stellplätze „gratis“ zu erhalten. Der Schleier hat sich nie gelüftet, es folgten Jahre der „Verhandlungen“ und der Ankündigungen, dass man bald so weit sei. Kurz von den Gemeinderatswahlen 2014 wurde noch schnell eine nebulöse Absichtserklärung vorgelegt, der neue Bürgermeister übernahm dann und es blieb weiter bei Ankündigungen.

Knapp fünf Jahre nach dem Beschluss des Gemeinderats wurde endlich zugegeben, dass der Deal nicht zustande kommt. Er war von Anfang an nicht realistisch. An sich wäre ein solches Projekt spätestens nach zwei Jahren ergebnislosen Verhandelns abzubrechen und an den Gemeinderat zurück zu verweisen. Das geschah aber auch nach fünf Jahren nicht. Stattdessen soll die Gemeinde jetzt tun, was vor der Entscheidung immer kategorisch ausgeschlossen wurde: selbst und auf eigene Kosten bauen. Weiterlesen

Ausfahrt Südumfahrung: lang hat‘s gedauert, lang wird‘s dauern • Uscita circonvallazione sud: quanto abbiamo aspettato e quanto aspetteremo

Am 8. September 2017 wird die Ausfahrt von der Südumfahrung zur Reischacher Straße eröffnet. Schon bei der Planung der Südumfahrung war eigentlich klar, dass eine Ausfahrt für Reischach nützlich wäre, aber die Gemeinde Bruneck verknüpfte damals ihre Zustimmung mit der Bedingung, keine Ausfahrt zu bauen. Man befürchtete wohl eine zu starke Verkehrsentlastung in der Stadt. Nach vielen Auseinandersetzungen und Fehlstarts ist nun die Ausfahrt vollendet, knapp 29 Jahre nach der Südumfahrung selbst. Für die Grünen, die immer für die Ausfahrt eingetreten sind, ist das natürlich erfreulich.

Die reine Freude ist es für uns freilich nicht. Abgesehen von der langen Wartezeit sind auch einige Begleitumstände nicht ideal.

Hauptzweck der Ausfahrt ist die Entlastung der Stadt von einem wesentlichen Teil des Verkehrs in Richtung Reischach, Sportzone und Kronplatz. Diese Funktion wird die Ausfahrt hoffentlich erfüllen. Wir waren allerdings dafür eingetreten, dass ein Ast bis zur Kreuzung Sportzone verläuft, um so auch die Wohngebiete an der Reischacher Straße zu entlasten. Es wurde aber der Ast Richtung Stadt bevorzugt, womit es nun vom neuen Kreisverkehr aufwärts zu einer Mehrbelastung kommt.

Die zweite Funktion der Ausfahrt, eine zusätzliche, schnelle Zufahrt ins Stadtzentrum, ist hingegen problematischer. Um nicht zusätzlichen Verkehr auf die Reischacher Kreuzung loszulassen, ist ein zentraler Auffangparkplatz südlich davon notwendig, wie er im übrigen seit 20 Jahren in sämtlichen Verkehrskonzepten enthalten ist. Hier hat sich die Gemeinderatsmehrheit aber für eine Garage in der Schlosswiese entschieden, die als zentraler Auffangparkplatz nicht geeignet ist. Das Projekt hat außerdem den entscheidenden Nachteil, dass es ins Leere gelaufen ist, obwohl die Grundsatzentscheidung dafür bereits 2012 gefallen war. Der Standort „Schlosskurve“ in wesentlich geeigneterer Lage wurde hingegen nie ernsthaft in Erwägung gezogen. So haben wir jetzt die Ausfahrt ohne Auffangparkplatz. Weiterlesen

Schlossgarage: verschollen • Garage del castello: non pervenuto

Bild: Orthofoto 2011 AGEA / GeobrowserÜber vier Jahre nach dem Grundsatzbeschluss des Gemeinderats zum Bau einer Tiefgarage in der Schlosswiese ist das Projekt offensichtlich verschollen. Lange Zeit stellten wir noch regelmäßig Anfragen zum Stand der Dinge, inzwischen ist es uns zu dumm geworden, jedes Mal die Antwort zu bekommen, dass wesentliche Schritte unmittelbar bevorstünden. Wir gehen jetzt einfach davon aus, dass aus der Wiesengarage nichts wird. Das tut uns natürlich nicht Leid, schließlich haben wir von Anfang an darauf hingewiesen, dass der Standort falsch und problematisch und das Finanzierungskonzept nicht glaubwürdig ist (siehe z. B. hier).

So steht jetzt nur eines fest: Die Südausfahrt ist in Bau und wenn sie in Betrieb geht, gibt es keinen adäquaten Auffangparkplatz im Bereich des Schlosses. Damit wird eine wichtige Vorgabe des Verkehrskonzeptes nicht erfüllt, die auch die Gemeindeverwaltung immer wieder betont hat. Die Schlosswiese ist eine offensichtliche Fehlentscheidung, während der naheliegendste Standort an der Schlosskurve von Seiten der Gemeinde nie ernsthaft in Erwägung gezogen wurde. Weiterlesen

Leserbrief: Speedcheck im Depot

www.targatocn.itVor zwei Jahren hat die Grüne Ratsfraktion Brunecks auf die sicherheits- und lärmrelevanten Geschwindigkeitsübertretungen auf mehreren Straßen hingewiesen und die Installation von Speedboxen angeregt. Die Notwendigkeit wurde daraufhin durch offizielle Verkehrsmessungen belegt und die baldige Installation der orangen Boxen angekündigt. Inzwischen weitestgehend akzeptiert, helfen sie vielerorts, den Verkehr zu regeln – nur die von Bruneck angekauften lagern nutzlos im Bauhof der Stadt. Der Beamte des Landes, in dessen Zuständigkeit die besagten Straßen sind, verweigert die notwendige Unterschrift, da die Verkehrswege auch der innergemeindlichen Verbindung dienen und die Stadt diese somit übernehmen sollte. Dann könne sie sich die Genehmigung selbst ausstellen. Man möchte sich wohl die allgemeinen Instandhaltungskosten sparen, die dann die Gemeinde zu tragen hätte. Als lärmgeplagter Anrainer einer dieser Straßen möchte ich mein Unverständnis und Ärger über solchen erpresserischen Verwaltungs-Hickhack zum Ausdruck bringen und den/die Verweigerer fragen, was die Zuständigkeit für den Straßenerhalt mit der sicherheitstechnisch als notwendig befundenen Aufstellen der Boxen zu tun hat?

Georg Peintner, Bruneck
19.06.2016

Straßenbau: weiter wie gehabt? • Progetti stradali: avanti come prima?

Klosterwaldvariante: Tunnel, Brücke, Trompetenkreuzung...Kommt Zeit, kommt Rat, lautet ein Sprichwort. Es ist nicht immer ein Schaden, wenn sich Planung und Umsetzung eines Projekts in die Länge ziehen – oftmals ergibt sich die Gelegenheit, das Ganze zu überdenken und eine bessere Lösung zu finden.

Auf das Projekt der Gadertaler Ausfahrt, die sog. Klosterwald-Variante, trifft das leider nicht zu. Es sind zwar mehr als 10 Jahre vergangen, seit es das erste Mal vorgelegt wurde, von einem Überdenken gibt es aber keine Spur, es bleibt dasselbe Monster mit Tunnel, Brücke und zwei überzogenen Kreuzungsbauten, nur die Kosten sind mittlerweile von 40 auf 68 Millionen Euro geklettert.

68 Millionen für eine Kreuzung, für eine Straße, die im Jahresdurchschnitt auf 7.500 Fahrzeuge am Tag kommt. Probleme gibt es hier nur beim Urlauberwechsel, und an den kritischen Tagen ist schon die Autobahn überfüllt – kein Bauwerk im Pustertal kann da irgend etwas bewirken. Die Kreuzung wird außerdem an eine Stelle mit hoher Geschwindigkeit verlegt, was das Einfädeln bei starkem Verkehr erschwert. Bei Rückstaus sind die Tunnels problematisch. Dazu kommt ein schmerzhafter Eingriff in die Landschaft. Kurz – bei allem Verständnis für die Anwohner: Warum ein solches Projekt prioritär und eine solche Unsumme wert sein soll, ist und bleibt ein Rätsel. Weiterlesen