Schlossgarage: verschollen • Garage del castello: non pervenuto

Bild: Orthofoto 2011 AGEA / GeobrowserÜber vier Jahre nach dem Grundsatzbeschluss des Gemeinderats zum Bau einer Tiefgarage in der Schlosswiese ist das Projekt offensichtlich verschollen. Lange Zeit stellten wir noch regelmäßig Anfragen zum Stand der Dinge, inzwischen ist es uns zu dumm geworden, jedes Mal die Antwort zu bekommen, dass wesentliche Schritte unmittelbar bevorstünden. Wir gehen jetzt einfach davon aus, dass aus der Wiesengarage nichts wird. Das tut uns natürlich nicht Leid, schließlich haben wir von Anfang an darauf hingewiesen, dass der Standort falsch und problematisch und das Finanzierungskonzept nicht glaubwürdig ist (siehe z. B. hier).

So steht jetzt nur eines fest: Die Südausfahrt ist in Bau und wenn sie in Betrieb geht, gibt es keinen adäquaten Auffangparkplatz im Bereich des Schlosses. Damit wird eine wichtige Vorgabe des Verkehrskonzeptes nicht erfüllt, die auch die Gemeindeverwaltung immer wieder betont hat. Die Schlosswiese ist eine offensichtliche Fehlentscheidung, während der naheliegendste Standort an der Schlosskurve von Seiten der Gemeinde nie ernsthaft in Erwägung gezogen wurde. Weiterlesen

Leserbrief: Speedcheck im Depot

www.targatocn.itVor zwei Jahren hat die Grüne Ratsfraktion Brunecks auf die sicherheits- und lärmrelevanten Geschwindigkeitsübertretungen auf mehreren Straßen hingewiesen und die Installation von Speedboxen angeregt. Die Notwendigkeit wurde daraufhin durch offizielle Verkehrsmessungen belegt und die baldige Installation der orangen Boxen angekündigt. Inzwischen weitestgehend akzeptiert, helfen sie vielerorts, den Verkehr zu regeln – nur die von Bruneck angekauften lagern nutzlos im Bauhof der Stadt. Der Beamte des Landes, in dessen Zuständigkeit die besagten Straßen sind, verweigert die notwendige Unterschrift, da die Verkehrswege auch der innergemeindlichen Verbindung dienen und die Stadt diese somit übernehmen sollte. Dann könne sie sich die Genehmigung selbst ausstellen. Man möchte sich wohl die allgemeinen Instandhaltungskosten sparen, die dann die Gemeinde zu tragen hätte. Als lärmgeplagter Anrainer einer dieser Straßen möchte ich mein Unverständnis und Ärger über solchen erpresserischen Verwaltungs-Hickhack zum Ausdruck bringen und den/die Verweigerer fragen, was die Zuständigkeit für den Straßenerhalt mit der sicherheitstechnisch als notwendig befundenen Aufstellen der Boxen zu tun hat?

Georg Peintner, Bruneck
19.06.2016

Straßenbau: weiter wie gehabt? • Progetti stradali: avanti come prima?

Klosterwaldvariante: Tunnel, Brücke, Trompetenkreuzung...Kommt Zeit, kommt Rat, lautet ein Sprichwort. Es ist nicht immer ein Schaden, wenn sich Planung und Umsetzung eines Projekts in die Länge ziehen – oftmals ergibt sich die Gelegenheit, das Ganze zu überdenken und eine bessere Lösung zu finden.

Auf das Projekt der Gadertaler Ausfahrt, die sog. Klosterwald-Variante, trifft das leider nicht zu. Es sind zwar mehr als 10 Jahre vergangen, seit es das erste Mal vorgelegt wurde, von einem Überdenken gibt es aber keine Spur, es bleibt dasselbe Monster mit Tunnel, Brücke und zwei überzogenen Kreuzungsbauten, nur die Kosten sind mittlerweile von 40 auf 68 Millionen Euro geklettert.

68 Millionen für eine Kreuzung, für eine Straße, die im Jahresdurchschnitt auf 7.500 Fahrzeuge am Tag kommt. Probleme gibt es hier nur beim Urlauberwechsel, und an den kritischen Tagen ist schon die Autobahn überfüllt – kein Bauwerk im Pustertal kann da irgend etwas bewirken. Die Kreuzung wird außerdem an eine Stelle mit hoher Geschwindigkeit verlegt, was das Einfädeln bei starkem Verkehr erschwert. Bei Rückstaus sind die Tunnels problematisch. Dazu kommt ein schmerzhafter Eingriff in die Landschaft. Kurz – bei allem Verständnis für die Anwohner: Warum ein solches Projekt prioritär und eine solche Unsumme wert sein soll, ist und bleibt ein Rätsel. Weiterlesen

Brennerautobahn im „grünen Bereich“?

WikpipediaLaut dem Autobahnpräsidenten braucht es auf der Brennerautobahn kein „Tutor“-System zur abschnittweisen Geschwindigkeitsüberwachung, weil es dort wenig Unfälle gebe, die Geschwindigkeit eh kontrolliert werde und im „grünen Bereich“ liege.

Fragt sich, ab wann eine Autobahn sicher genug, bzw. zu sicher ist. Dass aber das Tempolimit ständig und deutlich überschritten wird, sagen nicht nur die Daten, sondern lässt sich auch ganz einfach feststellen, indem man sich einmal auf den Weg macht, wenn gerade „flüssiger“ Verkehr herrscht.

Überhöhte Geschwindigkeit wirkt sich nicht nur auf die Sicherheit aus, sondern auch auf Luft- und Lärmbelastung. Angesichts der jüngsten Erkenntnisse über den tatsächlichen Schadstoffausstoß speziell der großen Diesel-PKW, die die Autobahnen ja in Massen bevölkern, wäre es schon ein deutlicher Fortschritt, dafür zu sorgen, dass diese die vorgeschriebenen 110 bzw. 130 km/h einhalten. Wenn man schon sonst nichts Ernsthaftes zu unternehmen gedenkt. Auf „Tutor“-Strecken fährt es sich außerdem wesentlich entspannter, sofern man nicht zur rasenden Klasse gehört. Also Schluss mit Ausreden.

Hanspeter Niederkofler
02.04.2016

Ach Schnellstraße

Keine Schnellstraße, nur eine ganz kleine Umfahrung.

Keine Schnellstraße, nur eine ganz kleine Umfahrung…

Es ist schon frustrierend, dass ich mir auch nach 30 Jahren Diskussion um die Pustertaler Straße immer noch denselben Bullshit anhören muss von Leuten, die nicht gestern auf die Welt gekommen sind. Leute, die meist mehr Lenze zählen als ich, seit Jahrzehnten kreuz und quer durch die Landschaft kurven, aber anscheinend noch nie zwei Minuten Zeit gefunden haben, darüber nachzudenken, was Mobilität eigentlich ist. Da keine Aussicht besteht, dass die sich je von ihrem fossilen Fortschritts-Fundamentalismus lösen, versuche eben ich einmal, mich zu bewegen und in realistischer und konstruktiver Weise nach Argumenten für eine Schnellstraße zu suchen.

Wir haben im Pustertal einfach noch zu wenig Verkehr. Das Verkehrswachstum ist unbefriedigend und manchmal sogar negativ. An manchen Tagen kommen wir im Unterpustertal nicht einmal über 12.000 Fahrzeuge hinaus. Im Etschtal kommen sie laufend auf über 30.000 Fahrzeuge und dort sind alle reich und glücklich, während das Pustertal bekanntermaßen ein permanentes Krisengebiet ist.

Wir geben immer noch zu wenig für fossile Energieträger aus und gefährden damit die Einkommen humanitär tätiger Erdölgesellschaften und nahöstlicher Erdöldemokratien. Mit diesem egoistischen Verhalten stehlen wir uns aus der globalen Verantwortung. Weiterlesen

Vintl und seine „sanfte“ Umfahrung

Ab dem 7. November 2015 ist die gesamte Umfahrung von Vintl befahrbar. „Umfahrung“ ist eine eher beschönigende Umschreibung für den bisher längsten Neubauabschnitt entlang der Pustertaler Straße, mit über fünf Kilometern, wobei die Ortsdurchfahrten von Nieder- und Obervintl zusammengenommen einen Kilometer messen. Das Projekt hat eine Geschichte, die hier etwas ausführlicher beschrieben ist.

Ein möglichst „sanfter“ Ausbau der Pustertaler Straße war das Ziel eines Planungswettbewerbs, der 2003 fürs Unterpustertal ausgeschrieben wurde: Behebung von Problemstellen und größtmögliche Verwendung der bestehenden Trasse. Bei den Lösungen, die dann ausgesucht wurden, blieb von diesen Vorsätzen aber nicht viel übrig: Begradigung, Beschleunigung und großzügige Neubauten – alles natürlich, um den Verkehr „flüssiger“ und „sicherer“ zu machen und um die Wohngebiete zu entlasten. Im Fall Vintl mit einer neuen Rennstrecke an der kühlen, bisher ruhigen, linken Talseite. Manchen ist aber auch diese Lösung zu sanft, man hätte stattdessen „den Mut aufbringen“ sollen, doch gleich eine „richtige“ Schnellstraße zu bauen nach dem Vorbild der vierspurigen Mebo. Offenbar beneidet man das Etschtal um den gewaltigen Verkehr, den diese produziert hat.

Was aber so eine neue, „moderne“ Straße eigentlich ist, wie viel sie Fläche verbraucht und wie sie sich in die Landschaft „einfügt“, erfährt man nicht wirklich durch das Studieren von Plänen oder das Betrachten von Renderings, die man bei diversen Versammlungen präsentiert bekommt. Man geht sie am besten einfach einmal zu Fuß ab. Das habe ich an einem schönen Oktobertag in Vintl gemacht, solange das noch in Ruhe möglich war. Es war eine aufschlussreiche Wanderung. Ich kannte das Projekt ja schon lange, und da es leider nicht nur geplant, sondern auch gebaut wurde, war es jetzt auch körperlich erfahrbar. Hier ein Bericht mit Fotos vom Oktober 2015, dazu einige Vergleichsbilder, die im Mai 2004 bei einer grünen Radtour entlang der geplanten Trasse aufgenommen wurden. Weiterlesen

Leserbrief: Fossiles Denken

aggrappati al volante di un'auto (Konk, in: "Sul filo del binario", F.M. Ciuffini 1988, ed. CAFIKommentar zum Artikel „Der Millionen-Irrtum“ in ff 15/2015, in dem beklagt wird, dass das Land nicht den „Mut“ aufgebracht habe, im Unterpustertal eine vierspurige Schnellstraße zu bauen. 

Wer sich heute noch eine Autobahn im Pustertal vorstellen will, leidet offensichtlich an fossilisierten Denkmustern. Wenn es z. B. an der in Bau befindlichen Vintler Großumfahrung etwas zu kritisieren gibt, dann die Tatsache, dass man über fünf Kilometer Flussufer ruiniert und die ruhige Talseite verlärmt, wenn man doch eine Straße hat, die nur einiger lokaler Eingriffe bedarf.

Die MeBo als Vorbild? Diese hat sich ihren Verkehr selbst produziert und das Mobilitätsverhalten im Burggrafenamt nachhaltig verschlechtert. Jährlich Millionen nutzloser Autofahrten mehr sind die Folge, Klima und Ölkonzerne bedanken sich.

Der Verkehr wächst zwangsläufig immer weiter? Ein Unsinn, der gegen elementare Logik verstößt, wie im übrigen wesentliche Teile der herrschenden Wirtschaftsdoktrin. An der Zählstelle Vintl ist der Verkehr nicht gestiegen, 2014 waren es exakt 205 Fahrzeuge weniger am Tag als 10 Jahre vorher. Verkehr und Verkehrsmittelwahl sind menschliches Verhalten, und dieses hängt von den Strukturen ab. Und wenn die Strukturen „Fahrt Auto!“ schreien, wird eben mehr Auto gefahren, auch wenn jede Woche zwei Tagungen über nachhaltige Mobilität abgehalten werden. Weiterlesen